Deutscher Jagdschutzverband und Landesjagdverband Sachsen wollen den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen

(15.02.2011) Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kritisiert diese Pläne und fordert, dass Wölfe weiter allein dem Artenschutzrecht unterstehen müssen.

"Stark bedrohte Tierarten wie der Wolf haben im Jagrecht nichts zu suchen", sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN.

In Sachsen leben bis zu 50 Wölfe - mehr als in jedem anderem Bundesland. "Damit trägt der Freistaat maßgebliche Verantwortung beim Wolfsschutz und muss sich jeder Aufweichung konsequent widersetzen".

Die Wolfspopulation in Sachsen und ganz Deutschland ist stark bedroht. Eine Bejagung der streng geschützten Tierart ist deshalb verboten und allein damit entfällt der wichtigste Grund für die Aufnahme in das Jagdrecht.

Dennoch wird aus Teilen der Jägerschaft Stimmung gegen den Wolf gemacht und immer wieder werden Wölfe sogar illegal geschossen. Doch der sächsische Umweltminister, Frank Kupfer, zeigt sich der Statusänderung gegenüber aufgeschlossen.

Begründet wird das Anliegen damit, dass Jäger so besser in das Management der Tierart eingebunden werden könnten. Gefahren für die Wölfe ergäben sich aus dem Schritt nicht, da die Tiere ganzjährig geschützt blieben.

VIER PFOTEN befürchtet dagegen, dass mit diesem Schritt die Akzeptanz für Abschüsse erhöht werden soll. "Der Landesjagdverband kann sich schon heute im Wolfsschutz engagieren und seine Aktivitäten jederzeit ausweiten.

Dafür muss der Wolf nicht in das Jagdrecht überführt werden", sagt Pietsch. "Der im bestehenden Sächsischen Managementplan mühsam erarbeitete Konsens vieler Interessengruppen beim Wolfsschutz würde durch diesen Schritt gefährdet, die Wölfe hätten keine Vorteile".





Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Verbände veröffentlichen gemeinsames Eckpunktepapier

Verbände veröffentlichen gemeinsames Eckpunktepapier "Weidetierhaltung und Wolf in Deutschland"

Der Wolf ist zurück in Deutschland und stellt die Weidetierhaltung vor Herausforderungen
Weiterlesen

NABU

Wolf in Baden-Württemberg illegal erschossen

Der am 8. Juli 2017 im Schluchsee (Schwarzwald) tot aufgefundene Wolfsrüde wurde nachweislich erschossen. Dies ergab die Obduktion durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin
Weiterlesen

Wolf (Canis lupus) in der Lausitz zwischen Brandenburg und Sachsen; Bildquelle: Heiko Anders; www.andersfotografiert.com

Der Wolf ist zurück

Leibniz-IZW und Tierärztekammer Berlin informieren gemeinsam über den Rückkehrer auf der Internationalen Grünen Woche 2017
Weiterlesen

NABU

Erneut Verdacht auf illegale Wolfstötung in Deutschland

Am 25. September 2016 wurde auf einer Weide bei Köhlen, Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen, ein Tier gefunden, bei dem es sich nach Einschätzung des niedersächsischen Umweltministeriums um einen erschossenen Wolf handeln soll
Weiterlesen

Bundesamt für Naturschutz

Neues Wolfs-Beratungszentrum des Bundes soll Landesbehörden unterstützen

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland stellt Bundes- und Landesbehörden vor Aufgaben, die einer bundesweiten Koordination bedürfen
Weiterlesen

NABU

NABU begrüßt Aufbau eines bundesweiten Wolfs-Beratungszentrums

Zentrale Koordinierungsstelle hilft beim länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zum Wolf - Transparenz bei Informationen zur Wolfssituation notwendig
Weiterlesen

NABU Leitfaden Pferd und Wolf vorgelegt

NABU Leitfaden Pferd und Wolf vorgelegt

Arbeitskreis aus Naturschützern, Tierhaltern und Wissenschaftlern zeigt Wege zum Umgang mit dem Wolf auf
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...