Rheinland-Pfalz will Verbot der Käfighaltung für Legehennen

(11.02.2011) Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, um ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen durchzusetzen. Der Antrag wird am 11. Februar 2011 im Bundesrat behandelt.

Er zielt darauf, die Haltungsvorgaben von Februar 2002 wieder herzustellen, die nur noch Boden-, Volieren- und Freilandhaltung erlauben. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt diese erneute Aktivität von Rheinland-Pfalz, nur tierschutzkonforme Haltungen zuzulassen. Zudem appelliert er an die Verbraucher, ihren Eier-Konsum generell zu reduzieren.

Das Bundesverfassungsgericht fordert gemäß seinem im Dezember 2010 veröffentlichten Beschluss eine Neuregelung der Legehennenhaltung bis 31. März 2012.

Zur höchst richterlichen Entscheidung war es gekommen, da Rheinland-Pfalz 2007 Normenkontrollklage gegen die Wiedereinführung des Hühnerkäfigs eingereicht hatte, da die Hennen auch in dieser sogenannten Kleingruppenhaltung nicht ihre angeborenen, arteigenen Verhaltensweisen ausleben können.

Diese Grundanforderungen stellte jedoch bereits das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil von 1999.

„Bundesländer und Landwirte haben von vornherein gewusst, dass gegen die aktuelle Käfigform - beschönigend Kleingruppenhaltung genannt - Klage erhoben wurde. Da in Deutschland nur etwa 10 Prozent der Hennen in diesen Käfiganlagen eingepfercht sind, sind wir zuversichtlich, dass die Eierproduzenten nun endgültig jegliches wirtschaftliches Interesse an diesem Käfigsystem verloren haben.

Wir erwarten, dass die Bundesländer den Antrag unterstützen“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Darüber hinaus betont Simons: “So sehr wir die Initiativen von Rheinland-Pfalz als die zurzeit einzig richtigen Maßnahmen werten, so bedeuten sie unter Tierrechtsaspekten nur Zwischenschritte. Denn auch bei Boden-, Freiland- und Volierenhaltung haben die Hühner nicht den Himmel auf Erden.

Wirtschaftlichkeitsaspekte stehen dort ebenfalls im Vordergrund und nach einem Jahr, wenn die Legeleistung nachlässt, müssen auch diese Tiere schon in die Schlachterei. Wirklich gut geht es den Hühnern, wenn wir Verbraucher die ernährungsphysiologischen Forschungserkenntnisse nutzen und zu einer veganen Ernährung finden. Nicht zuletzt auch aus humanitären und ökologischen Gründen.“

Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth begrüßt die Teilnehmer des Fachsymposiums der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz; Bildquelle: BLE

Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz

Symposium zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung und endgültiger Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen
Weiterlesen

Haltung von Legehennen

Einigung von Bund und Ländern zum Auslaufen der Kleingruppenhaltung bei Legehennen führt zu Bundesratsbeschluss

Auf Initiative von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatten sich Bund und Länder im Rahmen eines Staatssekretärsausschusses über das Auslaufen der Kleingruppenhaltung von Legehennen in ausgestalteten Käfigen geeinigt
Weiterlesen

v.l.: Günter Scheper, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsches Ei (BDE), Leo Graf von Drechsel, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth und Bundesm; Bildquelle: BMEL

Bundesagrarminister Schmidt und Geflügelwirtschaft stellen Vereinbarung zum Ausstieg aus dem Kupieren von Schnäbeln vor

Als einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung" haben Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und die Geflügelwirtschaft den Ausstieg aus dem routinemäßigen Schnabelkürzen bei Legehennen und Mastputen besiegelt
Weiterlesen

Deutscher Tierschutzbund

Handel stützt Verzicht auf Schnabelkürzen bei Legehennen ab 2017

Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben einen Erlass zum Verbot des Schnabelkürzens bei Legehennen ab 31.12.2016 angekündigt. Nun hat der Handel erklärt, das Verbot mitzutragen
Weiterlesen

Deutscher Tierschutzbund

Niedersachsen will Schnabelkürzen bei Legehennen bis 2016 beenden

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Niedersachsen unterstützen die Pläne des niedersächsischen Ministers Christian Meyer, wonach das Schnabelkürzen bis 2016 bei Legehennen verboten werden soll. Andere Bundesländer sollten diesem Beispiel folgen, fordern die Tierschützer
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...