Untersuchung zur Tötungswirkung bleifreier Jagdgeschosse abgeschlossen

(29.12.2012) Seit einigen Jahren wird die Verwendung bleihaltiger Jagdmunition und deren Auswirkungen auf die Umwelt in der Öffentlichkeit diskutiert. Mittels dreier vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) initiierter Forschungsvorhaben sollten daher offene Fragen zum Abprallverhalten, zur Tötungswirkung und zur Lebensmittelsicherheit von bleihaltiger und bleifreier Munition untersucht werden.

Nach den Ergebnissen zum "Abprallverhalten von Jagdmuntion" konnte nun das Forschungsprojekt „Ergänzende Untersuchungen zur Tötungswirkung bleifreier Geschosse“ abgeschlossen werden.

Im Rahmen dieses Vorhabens führte die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde in der Jagdsaison Winter 2006 bis Winter 2008 eine Erhebung im Auftrag des Landes Brandenburg sowie in der Jagdsaison Winter 2010 bis Winter 2011 eine Erhebung im Auftrag des BMELV bei Jägern durch. Nach jedem abgegebenen Schuss waren die beteiligten Jäger aufgefordert einen detaillierten Abschussbericht auszufüllen.

Die Auswertung der insgesamt 11.371 Abschussberichte sowie ergänzende ballistische Untersuchungen zeigten, dass die Energieabgabe in den ersten Zentimetern des Wildtierkörpers für die Tötungswirkung eines Geschosses entscheidend ist.

Die als notwendig eingeschätzte Energieabgabe von mindestens 1500 Joule innerhalb der ersten 15 Zentimeter konnte sowohl von bleihaltigen als auch bleifreien Geschossen erreicht werden. Eine detaillierte Begutachtung des Vorhabens „Tötungswirkung“ durch einen externen Gutachter steht noch aus.

Die Ergebnisse des Vorhabens zur Tötungswirkung werden zusammen mit den Ergebnissen der anderen Vorhaben im Frühjahr 2013 Gegenstand eines Workshops sein, der anschließend eine Empfehlung zur Verwendung bleihaltiger und bleifreier Munition erarbeiten soll.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat das Forschungsvorhaben als Projektträger koordiniert.

Den Abschlussbericht "Ergänzende Untersuchungen zur Tötungswirkung bleifreier Geschosse" (Förderkennzeichen 2809HS023) finden Sie hier zum Herunterladen.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

NABU

Erster Jagdausrüster bietet nur noch bleifreie Munition an

Der NABU hat die Initiative des niedersächsischen Forstbedarfhändlers und Jagdausrüsters Grube aus Bispingen begrüßt, nur noch bleifreie Büchsenmunition zu verkaufen
Weiterlesen

Schleswig-Holstein

Neue Landesjagdgesetz: Schleswig-Holstein verbietet bleihaltige Jagdmunition

Schleswig-Holsteins Umweltminister hat das neue Landesjagdgesetz begrüßt. "Das Verbot von bleihaltiger Büchsenmunition ist richtig. Es dient der Gesundheitsvorsorge für die Menschen – welcher Verbraucher möchte schon Wildfleisch mit Bleigehalt essen?"
Weiterlesen

Vergiftetes Seeadlerweibchen; Bildquelle: Rainer Altenkamp

Besenderter NABU-Seeadler stirbt an Bleimunition

Bereits zum vierten Mal starb in diesem Winter ein Seeadler an einer Vergiftung, die durch Reste von Bleimunition in seiner Nahrung verursacht wurde
Weiterlesen

Naturschutzbund

Naturschutzbund fordert Novellierung der Jagdgesetze

Der NABU hat sein Positionspapier zur Ausrichtung der Jagd in Deutschland vorgelegt, in dem er eine grundlegende Novellierung der Gesetzgebung fordert
Weiterlesen

NABU

25 Tonnen Blei pro Jahr in der Schalenwildjagd belasten die Umwelt 

Nach Berechnungen des NABU wird die Umwelt in Deutschland jedes Jahr mit rund 25 Tonnen hochgiftigem Blei allein durch die Jagd auf Rot-, Dam-, und Sikahirsche sowie Rehe, Wildschweine, Gämsen und Mufflons belastet
Weiterlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Bleimunition führt zu höheren Bleigehalten im Wildbret

Erste Ergebnisse eines BMELV-Forschungsprojektes auf dem gemeinsamen Symposium „Alle(s) Wild?“ von BMELV und BfR vorgestellt
Weiterlesen

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein will bleihaltige Büchsenmunition verbieten

Die ökologischen Wirkungen von bleihaltiger Munition sind seit Jahrzehnten bekannt: Insbesondere Greifvögel, die an Kadavern geschossener Tiere fressen, vergiften sich durch Büchsenmunition, die Blei enthält oder durch Bleischrot, das mit Schrotflinten verschossen wird
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen


[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...