Minister Schmidt überreicht den 33. Tierschutzforschungspreis

(07.12.2014) Der Schutz von Versuchstieren und die Reduzierung von Tierversuchen sind Bundesagrarminister Christian Schmidt ein zentrales Anliegen. Ziel der Bundesregierung ist es, in der laufenden Legislaturperiode die Erforschung von Ersatzmethoden zum Tierversuch weiter zu intensivieren.

Herausragende wissenschaftliche Arbeiten dazu hat der Minister am 4, Dezember 2014 in Berlin mit dem jährlich vergebenen Tierschutzforschungspreis ausgezeichnet. Dieser geht in diesem Jahr an drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren Forschungsteams.


Bundesminister Christian Schmidt (links) mit den Preisträgern Herrn Dr. Reinhardt (2. v. l.), Frau Prof. Dr. Rogiers ( 3. v. l. ) mit Mitarbeitern aus ihrem Forschungsteam und Herrn Dr. Marx (7. v. l.), ganz rechts steht Herr Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR

Im Anschluss gab Schmidt den Startschuss für die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betriebene neue Datenbank "Animaltestinfo", in der erstmals alle von den zuständigen Landesbehörden genehmigten Tierversuche öffentlich eingesehen werden können.

Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und die Entwicklung von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind.

"Hervorzuheben ist die Arbeit der beim BfR angesiedelten "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET), die wir im Rahmen unserer Tierwohl-Initiative zu einem Nationalen Kompetenzzentrum ausbauen werden", sagte Schmidt.

Entsprechende Mittel für eine Stärkung der personellen und finanziellen Ausstattung der ZEBET sind im Haushaltsjahr 2015 eingeplant. Ein weiterer fester Bestandteil des Engagements der Bundesregierung ist der Tierschutzforschungspreis, der heute zum 33. Mal vergeben wurde.

"Die heute mit dem Tierschutzforschungspreis ausgezeichneten Arbeiten sind das Ergebnis jahrelanger wissenschaftlicher Forschung im Dienste des Tierschutzes. Ich danke den Preisträgerinnen und Preisträgern für ihre Ideen und ihre Beharrlichkeit, mit der sie ihre Projekte verfolgt haben.

Die drei herausragenden und ausgezeichneten Forschungsarbeiten schaffen jede auf ihre Weise Möglichkeiten, auf Tierversuche zu verzichten oder die Zahl der Versuchstiere reduzieren – sei es mittels angelegter Zellkulturen oder mit Organ-Modellen", sagte der Minister bei der Preisverleihung.

Der Tierschutzforschungspreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Arbeiten im Einzelnen:

  • Dr. Uwe Marx, Technische Universität Berlin

Er hat in seiner Arbeit Multi-Organ-Chips entwickelt, mit denen ein Ersatz von Tierversuchen zur Sicherheitsbewertung von Chemikalien sowie für Wirksamkeitsbewertungen von Arzneimitteln erreicht werden könnte.

Es handelt sich um künstliche Systeme, die das Zusammenspiel verschiedener Organe durch Verbindung von Kompartimenten unterschiedlicher Zelltypen mittels eines Flüssigkeitsflusses simulieren. Dr. Marx ist bislang die Entwicklung eines Zwei-Organe-Chips gelungen. Ziel ist die Entwicklung eines Zehn-Organe-Chips.

  • Dr. Peter Reinhardt, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Münster

Seine Arbeit "Stammzellbasierte Modellsysteme für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen" beschäftigt sich mit der Entwicklung von Zellkulturmodellen für Krankheiten wie zum Beispiel Parkinson.

Hierzu werden Zellen von Patienten (z.B. Hautzellen) gewonnen und in einen Zustand versetzt, in dem sie sich vermehren und in der Lage sind, sich zu anderen Zelltypen zu differenzieren (so genannte humane, induzierte pluripotente Stammzellen = iPS-Zellen).

Dr. Peter Reinhardt hat ein iPS-Zellbasiertes Krankheitsmodell für Parkinson entwickelt, mit dessen Hilfe ohne Versuchstiere u.a. Mechanismen der Krankheit entschlüsselt und mögliche therapeutische Wirkstoffe getestet werden können.

  • Forschungsteam Prof. Dr. Vera Rogiers, Universität Brüssel

Die Arbeitsgruppe hat eine neue stammzellbasierte Screening-Methode entwickelt, mit der das für den Menschen relevante lebertoxische Potenzial von Stoffen ohne den Einsatz von Versuchstieren eingeschätzt werden kann.

Dazu werden Stammzellen, die aus "erwachsenen" menschlichen Geweben gewonnen werden, in Zellen mit Lebereigenschaften ausdifferenziert. Die Arbeitsgruppe konnte damit erstmals zeigen, dass humane Stammzellen der Haut ein vielversprechendes Modell sind und hat eine Methode entwickelt, mittels der sich diese Zellen in Leberzellen differenzieren lassen.





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