Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ von NABU und LBV

(01.06.2012) Am Spatz kommt keiner vorbei. Bei der achten Auflage der bundesweit größten Vogelzählung, der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, liegt der Seriensieger Haussperling erneut vor allen anderen Arten.

Mehr als 40.000 Vogelfreunde hatten vom 11. bis 13. Mai 2012 eine Stunde lang im Garten, im Park oder vom Balkon aus Vögel gezählt und ihre Ergebnisse an den NABU und seinen bayerischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz (LBV), gemeldet.

Insgesamt beobachteten sie rund 940.000 Vögel aus über 200 Arten. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen dem Spatz die Amsel, Kohlmeise und Blaumeise.

„Die diesjährige Zählung zeigt, dass die heimischen Vögel den Winter offenbar gut überstanden haben“, so Eric Neuling, NABU-Vogelexperte. Gravierende Rückgänge waren nicht zu beobachten. Einzig die Rauchschwalbe, im Vorjahr noch auf Platz sieben, lag ein Fünftel unter ihrem Bestand des vergangenen Jahres.

Gründe können Störungen in den afrikanischen Winterquartieren, schlechtes Wetter auf dem Zugweg oder auch der anhaltende Mangel an Brutmöglichkeiten sein. Andererseits haben Arten wie Bachstelze, Ringeltaube und Feldsperling ihren Aufwärtstrend der letzten Jahre fortgesetzt.

Deutlich zeigen sich die Auswirkungen des virusbedingten Amselsterbens aus dem letzten Sommer.

Blieben bundesweit die Amselbestände nahezu stabil, waren am nördlichen Oberrhein im Grenzgebiet von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Rückgänge von 25 bis 45 Prozent zu verzeichnen. Vögel, die die Infektion überstehen, werden immun.

Dies vererbt sich allerdings nicht auf die Nachkommen, sodass das Usutu-Virus in jeder neuen Generation Opfer unter den Amseln fordern wird. Eine Gefahr des Aussterbens besteht dagegen nicht, die Amsel ist und bleibt eine unserer häufigsten Vogelarten.

Insgesamt machen die zehn häufigsten Arten in Deutschlands Gärten etwa zwei Drittel der gesamten Vogelschar aus. Bemerkenswert ist dabei ihre regionale Verteilung.

So nimmt der Star, ebenso wie die Nachtigall, von West nach Ost zu, während die Heckenbraunelle und die Dohle – der „Vogel des Jahres 2012“ – ausgesprochene „Wessis“ sind.

Die Ringeltaube wiederum ist im Norden und Westen besonders häufig anzutreffen, während sie nach Süden hin abnimmt und sich im Schwarzwald ebenso wie im Voralpenland sogar ausgesprochen rarmacht.

Auch Deutschlands Spitzenreiter, der Haussperling, kommt im Osten deutlich häufiger vor als im Westen. Unter den Großstädten ist Berlin bei den Spatzen mit Abstand am beliebtesten, während Hamburg und München dem kleinen Singvogel offensichtlich wenig bieten.

Gleiches gilt für Teile des Ruhrgebiets: Bochum, Essen und Duisburg sind laut „Stunde der Gartenvögel“ die spatzenärmsten Städte Deutschlands.

Karten und Listen der vollständigen Ergebnisse bis auf Kreisebene gibt es beim NABU online unter www.stunde-der-gartenvoegel.de




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

NABU

45.000 Teilnehmer bei Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel"

Die beiden Flugkünstler Mehlschwalbe und Mauersegler sind die Verlierer der „Stunde der Gartenvögel“. Mit Platz elf bei der Mehlschwalbe und Platz zwölf beim Mauersegler setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort
Weiterlesen

NABU

Bundesweite Vogelzählung "Stunde der Gartenvögel 2016" startet am Pfingstwochenende

Vom 13. bis 15. Mai 2016 sind Naturfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden
Weiterlesen

NABU

Stunde der Gartenvögel 2013

NABU und LBV rufen vom 9. bis 12. Mai zur großen Vogel-Zählung auf
Weiterlesen

NABU

Wintervogelzählung 2011 bricht alle Rekorde

Nach Zwischenergebnis Kohlmeise häufigster Gast am Futterhäuschen
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...