ZZF fordert Sachkundenachweis für Halter von Gifttieren

(15.07.2014) Auf einigen gewerblichen Tierbörsen und im Internet werden laut Angaben des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) giftige Tierarten an Privatleute verkauft. Der Berufsverband der Heimtierbranche warnt vor der unbedachten Anschaffung von Gifttieren: „Für die Haltung von giftigen Tieren sind besondere Fachkenntnisse erforderlich. Ohne diese sind die Halter mit den Tieren schnell überfordert“, erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich.

Die Mitglieder des ZZF haben sich bereits vor 23 Jahren in ihren Heidelberger Beschlüssen gegen die Präsentation von bestimmten giftigen Tierarten, insbesondere Giftschlangen, im Zoofachhandel ausgesprochen.

ZZF fordert Sachkundevorbehalt in allen Bundesländern

Ein generelles Haltungsverbot lehnt der ZZF ab, da erfahrene Hobbyisten sicher mit den Tieren umgehen können und häufig Abgabe- oder Fundtiere aufnehmen.


Die ungiftige Milchnatter imitiert das Aussehen der hochgiftigen Korallenotter.

„Aber ein Sachkundevorbehalt für die Haltung von giftigen Tierarten, deren Gift erhebliche, zum Teil lebensgefährliche Gesundheitsschäden verursachen kann, sollte in allen Bundesländern dringend eingeführt werden“, fordert Holthenrich.

Schön, aber gefährlich

Die gängigsten giftigen Tiere sind Giftschlangen wie Buschvipern, Bambusottern, Lanzenottern oder auch die schnellen Taipane, deren Giftbiss lebensgefährlich ist. Speikobras können darüber hinaus ihren Giftstrahl zielgerichtet in die Augen sprühen, was zu einer Hornhautschädigung führen kann. Im Internet oder bei Privatzüchtern sind diese und beispielsweise auch besonders aggressive und giftige Spinnen erhältlich. Schmerzhaft sind beispielsweise die Stiche der hochgiftigen Skorpione der Gattung Androctonus.

Giftige Tiere faszinieren viele Hobbyisten wegen ihres schönen Aussehens und werden auch zu Forschungszwecken gehalten, beispielsweise für die Medikamentenentwicklung: „Gerade Gifttiere sind meist überaus attraktiv gefärbt und viele zeigen ein interessantes Jagdverhalten“, erklärt Terraristik-Experte und ZZF-Mitglied Jürgen Hoch.

Viele im Handel erhältliche Vogelspinnen und Skorpione haben nur ein schwaches Gift und könnten von kundigen Terrarianern gehalten werden. Sachkundige Terrarianer müssten die Körpersprache der Tiere kennen, sie sicher fangen und versorgen können und über das richtige Werkzeug wie zum Beispiel Haken, Schlupfboxen und ausbruchsichere Terrarien verfügen.

Interessante Alternativen

Wer interessante Reptilien beobachten möchte, muss sich nicht unbedingt giftige Tiere anschaffen: „Im Zoofachhandel gibt es viele ungefährliche Wildtiere für die Heimtierhaltung: Artgerecht zu halten sind etliche Echsen, Frösche, Schildkröten sowie ungiftige und kleinere Schlangen“, erzählt Jürgen Hoch.

Zu einigen Arten wie zur Bartagame oder zum Leopardgecko entwickelten Tierfreunde ein ähnliches Verhältnis wie zu Meerschweinchen: „Die Tiere werden zahm, reagieren auf den Menschen und sind auch für Allergiker geeignet.“ Die Anschaffung im Zoofachhandel biete den Vorteil, dass im Geschäft auch nach dem Kauf noch Fragen zur Haltung beantwortet werden.




Weitere Meldungen

erband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt)


An TFA delegierbare Leistungen

Sozialpartner vereinbaren Beispielliste von an TFA delegierbaren Leistungen
Weiterlesen

Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Hamburger Wissenschaftspreis 2023 zum Thema „One Health“ ausgeschrieben

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg schreibt zum achten Mal den Hamburger Wissenschaftspreis aus
Weiterlesen

MyVetlearn

Online-Fortbildung für Tierärzte zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte

Jede Einrichtung, die Wirbeltiere oder Kopffüßer für Versuchszwecke verwendet, hält und/oder züchtet, ist nach §10 TierSchG dazu verpflichtet, eine Person als Tierschutzbeauftragten (TSB) zu benennen
Weiterlesen

‚One Health-Gipfel´ beim bpt-Neujahrsempfang, v.l.n.r.: Prof. Dr. Christoph Benz (BZÄK-Präsident), MdB Hermann Färber (CDU, Vorsitzender Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft), MdB Dr. Franziska Kersten (SPD), Dr. Siegfried Moder (bpt-Präsident), Dr. Klaus Reinhardt (BÄK-Präsident); Bildquelle: Urban/bpt

Politik verschärft den Tierärztemangel, anstatt ihn zu lösen!

Klare Worte von bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder am diesjährigen Neujahrsempfang des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) am 18. Januar in Berlin
Weiterlesen

MyVetlearn

Online-Fortbildung für TierärztInnen: Die tierärztliche Gesundheitsbescheinigung für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen – Was es zu wissen gilt

In einer mehrteiligen Online-Fortbildungsreihe auf Myvetlearn.de gehen Dr. Anna Laukner (Veterinäramt Stuttgart) und Prof. Stephan Neumann (Universität Göttingen) auf wichtige Qualzucht- bzw. Defektzuchtmerkmale bei Hunden ein
Weiterlesen

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

Bundeskongress des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V.

Bundeskongress zum Verbandsjubiläum am 14. und 15. April 2023 in Würzburg
Weiterlesen

TAO

Workshop Pferd: Kopf/Genick

Im Workshop Pferd Kopf/Genick mit Irina Kassianoff am 29. und 30. April geht es um eine intensive Betrachtung der Probleme der Kopf-Genick-Region beim Pferd
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen

26.12.