Runder Tisch "Illegaler Welpenhandel"

(01.06.2014) Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Maria Flachsbarth, hat ein positives Fazit der erstmals tagenden Expertenrunde zum Thema "Illegaler Welpenhandel" gezogen.

"Mit dem Runden Tisch wurden erstmals die vorhandenen Erkenntnisse über den illegalen Hundehandel zusammengetragen. Dabei wurden auch mögliche Maßnahmen zur zusätzlichen Bekämpfung des illegalen Welpenhandels vorgeschlagen und erörtert, die es zu prüfen gilt. Das Treffen war ein vielversprechender Schritt im Kampf gegen ein schreckliches Geschäft."

Der Runde Tisch ging zurück auf eine Initiative von Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Teilgenommen haben Vertreter aus Politik und Verwaltung, von Tierschutzverbänden, Vollzugsbehörden, dem Zoofachhandel, der Hundezucht und dem Tierheim Nürnberg.

Hintergrund sind die immer wieder aufgedeckten Fälle des illegalen Handels mit Hunden, insbesondere mit Hundewelpen. Die Hunde stammen meist aus dem europäischen Ausland. Zucht, Handel und Transport finden unter tierschutzwidrigen Bedingungen und Verletzung tierseuchenrechtlicher Pflichten statt.

So werden die Welpen viel zu früh von der Mutter abgesetzt, die Ausweisdokumente gefälscht, erforderliche Impfungen nicht durchgeführt und die Welpen schließlich ohne ausreichende Versorgung mit Futter und Wasser auf engem Raum transportiert. Kranke und verhaltensgestörte Hunde sind die Folge.

"Wir müssen diesen illegalen Praktiken durch eine verbesserte Aufklärung der Hundekäufer und einen stärkeren Austausch von Verbänden, Behörden und Politik entgegenwirken. Viele Tiere sind nicht nur krank und verhaltensgestört, sondern verenden trotz bester tiermedizinischer Versorgung später oft bei ihren neuen Besitzern", sagte Flachsbarth. Auf der Internetseite des BMEL können sich potentielle Käufer bereits heute informieren.

Auch Kampagnen und Initiativen der Tierschutzorganisationen haben schon viel Aufklärungsarbeit geleistet. Flachsbarth rief die zuständigen Behörden, aber auch die Bevölkerung zur Wachsamkeit für die Praktiken illegaler Hundeverkäufer auf. Wer mitbekommt, dass Tiere "aus dem Kofferraum heraus" zu "Schnäppchenpreisen" verkauft werden, solle rasch die Behörden informieren.

"Wir müssen uns dem Problem mit vereinten Kräften stellen", sagte Flachsbarth. Zwar gibt es bereits weitreichende Vorschriften, um den Tierschutz beim gewerblichen Handel mit Hunden sicherzustellen und auch der Verbreitung von Tierseuchen vorzubeugen. Dennoch werden immer wieder Fälle des illegalen Hundehandels aufgedeckt, die Dunkelziffer ist vermutlich hoch.

"Insgesamt 45 kleine Hunde befanden sich in völlig unzureichenden Behältnissen in dem Fahrzeug", meldete Anfang der Woche etwa die Bundespolizeiinspektion Chemnitz.

Eine Abnahme derartiger Funde verspricht sich das BMEL von der Erweiterung der Erlaubnispflicht ab dem 1. August 2014. Demnach müssen Händler, die Tiere nach Deutschland einführen wollen, zuvor eine Erlaubnis bei den zuständigen deutschen Behörden beantragen.

Informationen zum Problem des illegalen Welpenhandels unter: www.bmel.de/Illegaler-Welpenhandel




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Landestierärztekammer Hessen

Landestierärztekammer Hessen weist Vorwürfe des Hessischen Rundfunks zurück

Stellungnahme der Landestierärztekammer Hessen zum Vorwurf des Hessischen Rundfunks "Behörden ließen illegale Hundehändler offenbar gewähren"
Weiterlesen

Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V.

Illegaler Welpenhandel: Falsch verstandene Tierliebe treibt Amtstierärzte ins Dilemma

36. Internationaler Veterinärkongress am 24. und 25. April 2017 in Bad Staffelstein: auch Veterinäre immer öfter Zielscheibe von Gewaltattacken
Weiterlesen

DGHT

DGHT fordert europäische Tierhalter-Sachkunde und klare Regeln für den Exoten-Import

Im Austausch mit den politischen Parteien spricht sich die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) e. V. für die Einführung eines europaweit einheitlichen Systems zum Nachweis der Sachkunde aus
Weiterlesen

DGHT

DGHT kritisiert Verbot von Kaufbörsen für Wildtiere in Österreich

Seit dem 1.4.2016 ist in Österreich ein Verbot von Kaufbörsen für Wildtiere in Kraft getreten. Weiterhin erlaubt sind nur noch so genannte Tauschbörsen, bei denen Tiere unentgeltlich abgegeben werden
Weiterlesen

Bundestierärztekammer

Die Bundestierärztekammer warnt erneut vor Gefahren beim Kauf von „Billigwelpen“

Es waren erschütternde Bilder, die am 21.7.2015 in der Reportage „Schnelles Geld mit jungen Hunden“ von Manfred Karremann in die deutschen Wohnzimmer flimmerten
Weiterlesen

Haelterung Zierfische im Zoofachhandel; Bildquelle: WZF/Boxler

Rechtsstreit zum §11 Tierschutzgesetz: Auflagen ohne Ermessenserwägung sind unzulässig

Rechtsstreit eines ZZF-Mitglieds zur Erlaubniserteilung für den gewerbsmäßigen Handel mit Tieren bringt Klarheit
Weiterlesen

Kampf gegen den illegalen Welpenhandel; Bildquelle: Bundespolizei

Kampf gegen den illegalen Welpenhandel: Tollwut-Impfpflicht für Welpen, die nach Deutschland gebracht werden

Ab sofort dürfen Hundewelpen nur noch nach Deutschland gebracht werden, wenn sie einen dokumentierten Impfschutz gegen Tollwut haben.
Weiterlesen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Neue Regelungen zum Schutz von Heimtieren

Am 1. August 2014 treten in Deutschland neue Regelungen zum Tierschutz in Kraft. „Nachdem wir mit dem novellierten Tierschutzgesetz im vergangenen Jahr bereits den Schutz von Versuchstieren umfassend verbessert haben, schaffen wir nun auch Verbesserungen für Heimtiere“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...