Rote Liste mit gefährdeten Nutztierrassen

(20.12.2010) Die BLE hat zum zweiten Mal eine Rote Liste mit gefährdeten Nutztierrassen veröffentlicht. Die Bestandsentwicklung verdeutlicht Handlungsbedarf: Mehr als 80 Prozent aller einheimischen Nutztierrassen und ihre Lebensräume sind gefährdet.

Nach der ersten Veröffentlichung in 2008 signalisiert auch die Neuauflage der Roten Liste den Ernst der Lage: Der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen in Deutschland hat von nunmehr 65 einheimischen Rassen, die dem Tierzuchtrecht unterliegen, 54 in eine von drei Gefährdungskategorien eingestuft.

Bei den Nutzgeflügelarten Huhn, Gans, Ente oder Pute werden nach wie vor insgesamt 28 Rassen als gefährdet eingeordnet. Erfreulicherweise gibt es jedoch keine „extrem gefährdeten“ Geflügelrassen der Gefährdungskategorie I mehr.

Damit gibt die Rote Liste einen Überblick über die anhaltende Gefährdungssituation der Nutztierrassen in Deutschland. Darüber hinaus weist sie dem 2003 durch die Agrarminister von Bund und Ländern verabschiedeten Nationalen Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen den weiteren Weg.

Die Umsetzung des Fachprogramms wird in der BLE vom Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) fachlich und organisatorisch betreut. Im Rahmen der Projektträgerschaft werden Erhebungen sowie Modell- und Demonstrationsvorhaben zu genetischen Ressourcen gefördert.

Neben Informationen zur organisierten Tierzucht, Vereinbarungen und Gesetzesvorgaben für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Rassen enthält die Rote Liste erstmals Steckbriefe zu einheimischen Rassen der Arten Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Ziege und den Nutzgeflügelrassen. Ergänzt wird die Neuauflage um die Tierart Kaninchen, zu der Bestandszahlen aus der jüngsten Erhebung 2009 vorliegen.

Download: Rote Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland

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