In einer Rinderherde im Landkreis Stendal ist Milzbrand festgestellt worden

(16.07.2012) In der Mutterkuh-Herde sind bisher sieben Tiere an der Infektionskrankheit verendet. Eine entsprechende Diagnose des Landesamtes für Verbraucherschutz in Stendal wurde am 12. Juli vom Friedrich-Löffler-Institut in Jena bestätigt.

Mindestens eins der verendeten Tiere ist in die Elbe gelangt. Die Wasserschutzpolizei hat umgehend die Suche aufgenommen. Die Anreiner-Bundesländer wurden informiert. Wird ein Kadaver im Wasser oder am Ufer beobachtet, sollen umgehend die Behörden (Landkreis, Rettungsleitstelle) informiert werden.

Das abgetriebene Tier wurde inzwischen am Elbufer in der Prignitz gesichtet und von Fachkräften geborgen.

Milzbrand ist eine Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium (Bacillus anthracis) verursacht wird und meist Paarhufer befällt. Auch Menschen können erkranken, wenn sie einer hohen Sporendosis ausgesetzt sind. Alle Kontaktpersonen wurden in der Zwischenzeit ermittelt und prophylaktisch medizinisch versorgt.

Der zuständige Landkreis Stendal leitete sofort alle erforderlichen Maßnahmen ein. Dazu gehören die Sperre des Bestandes, Handelsverbot, Beschränkung des Personenverkehrs und die Meldung im Tierseuchenachrichtensystem.

Die Herkunft der Krankheitserreger ist noch unklar. Da die Sporen im Boden Jahrzehnte überleben können, wird geprüft, ob die betroffene Weidefläche in der Vergangenheit ein Wasenplatz war, also ein Platz, auf dem verendete Tiere begraben werden.




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