Neue Professur für Verhaltensbiologie und Tierschutz an der WWU Münster

(02.03.2017) Dr. Helene Richter ist neue Professorin für Verhaltensbiologie und Tierschutz an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Die Professur wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen eingerichtet und ist NRW-weit die einzige Professur für Tierschutz. Sie gehört zum Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie am Fachbereich Biologie an der WWU.


Prof. Dr. Helene Richter

Helene Richters Forschungsziel ist es, wissenschaftliche Konzepte und methodische Ansätze zu entwickeln, um tierexperimentelle Verfahren und Haltungsbedingungen zu verbessern.

Die 34-Jährige will Faktoren identifizieren, die das Wohlergehen der Tiere fördern und außerdem die Aussagekraft und Reproduzierbarkeit von Tierversuchen verbessern.

"Wir freuen uns sehr, mit Helene Richter eine exzellente Nachwuchswissenschaftlerin für die Professur für Verhaltensbiologie und Tierschutz gewonnen zu haben", unterstreicht die Prorektorin für Forschung der WWU, Prof. Dr. Monika Stoll.

"Frau Richter arbeitet an einem hochinnovativen Thema – dem 'Refinement', also an der Verbesserung tierexperimenteller Methoden zum Wohl der Tiere."

Die Etablierung dieser Professur sei eine von mehreren Maßnahmen an der WWU Münster für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tierexperimenten im Rahmen der guten wissenschaftlichen Praxis.

Zu diesen Maßnahmen gehöre beispielsweise die Einrichtung eines Büros für Tierschutz und einer Koordinierungskommission für tierexperimentelle Forschung, an der Studierende, Tierversuchsverantwortliche und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mitarbeiten.

Prof. Dr. Norbert Sachser, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Neuro- und Verhaltensbiologie, forscht seit Langem zum Wohlergehen von Tieren. "Wir versuchen, das Verhalten von Säugetieren zu verstehen.

Das ist von zentraler Bedeutung, wenn man die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, im Sinne des Tierwohls verbessern will", betont er. "Helene Richters Arbeiten werden die Forschung auf diesem Gebiet deutlich voranbringen."

Die neue Professur von Helene Richter füge sich zudem hervorragend in das Lehrangebot an der WWU zum Thema Tierschutz ein.

Weitere Forschungsschwerpunkte von Helene Richter sind Kognition und Emotion bei Säugetieren sowie die Entstehung von Individualität. Ihre Professur wird für fünf Jahre durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung finanziert.

"Wir sehen diese Förderung als eine große Anerkennung unseres Bestrebens, den verantwortungsvollen Umgang mit Versuchstieren, die Verbesserung der notwendigen Experimente im Sinne des Tierwohls und eine höhere Transparenz zu fördern", unterstreicht Prorektorin Monika Stoll.

Helene Richter studierte Biologie an der WWU und schrieb ihre Diplomarbeit in der Abteilung für Verhaltensbiologie bei Prof. Dr. Norbert Sachser. Sie wechselte für ihre Doktorarbeit an die Universität Gießen.

In ihrer Dissertation ging es um die Frage, ob eine Standardisierung der Versuchsbedingungen die Aussagekraft und Reproduzierbarkeit tierexperimenteller Befunde einschränkt und nicht – wie üblicherweise angenommen – verbessert.

Für einen allgemein verständlichen Aufsatz über ihre Arbeit erhielt sie 2011 den Klaus-Tschira-Preis für verständliche Wissenschaft im Fach Biologie.

Nach ihrer Promotion arbeitete sie von November 2010 bis Februar 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, bevor sie als Habilitandin an das Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie der WWU wechselte.

Seit 2016 ist Helene Richter Mitglied des "Jungen Kollegs" der Akademie der Wissenschaften und der Künste des Landes Nordrhein-Westfalen.



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