Pädagogische Arbeit mit Tieren stärken

(07.06.2016) Forum Heimtier fordert klare Rahmenbedingungen für die Integration von Tieren in Bildung und Erziehung

Heimtiere können nachweislich einen positiven Beitrag für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leisten. Das ist eines der wesentlichen Ergebnisse der jüngsten Sitzung des Forum Heimtier in den Räumen des Deutschen Bundestages.


Christina Jantz-Herrmann (SPD), Tino Sorge (CDU) und Kristina Richter (Mars-Initiative Zukunft Heimtier) (v. l. n. r.) diskutierten mit Gästen des Forum Heimtier über die Rolle von Heimtieren in der Bildung und Erziehung

Die Arbeit mit Tieren setze allerdings fundiertes Wissen über die Effekte und die artspezifischen Bedürfnisse von Tieren voraus. Daher müsse die Forschung in diesem Bereich gefördert und die praktische Umsetzung professionalisiert werden.

Ob ein Tier in den eigenen vier Wänden, ein Wandertag ins Tierheim oder ein Schulhund im Klassenunterricht, es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie junge Menschen in Kontakt mit Heimtieren kommen können.

„Gerade im städtischen Bereich fehlt Kindern und Jugendlichen oft der Bezug zu Tieren. Dabei haben Heimtiere einen besonderen Effekt, der bewusst in die Pädagogik miteinbezogen werden kann“, sagte Christina Jantz-Herrmann, Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Schirmherrin des Forum Heimtier.

Studien und Praxisberichte zeigen, dass Tiere unter den richtigen Voraussetzungen eine wertvolle pädagogische Unterstützung sein können. Sie fördern die Leistungsfähigkeit, reduzieren Stressempfinden, stimulieren positives soziales Verhalten und regen zur Aktivität an, wie im Forum Heimtier dargelegt wurde.

„Damit sich der Ansatz, Heimtiere in der Pädagogik einzusetzen, auch in der Gesellschaft weitertransportiert, brauchen wir mehr Daten, die diese positiven Wirkungen evidenzbasiert aufzeigen“, forderte der CDU-Abgeordnete Tino Sorge, ebenfalls Schirmherr des Forum Heimtier.

Zudem müsse über Standards bei der tiergestützten Pädagogik gesprochen werden, um das Wohl der Tiere, aber auch die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen gewährleisten zu können.

Es gibt zahlreiche Pädagogen und Initiativen, die sich bereits um Qualitätsstandards bemühen und entsprechende Weiterbildungsprogramme anbieten. Zudem bildet der Deutsche Tierschutzbund Interessierte zu Tierschutzlehrern aus, die von Lehrkräften für den praxisnahen Tierschutzunterricht in der Schule hinzugezogen werden können.

„Um Kindern Tiere und Tierschutz nahezubringen, braucht es nicht unbedingt ein echtes Tier in der Schule“, erklärte Maja Masanneck, Kinder- und Jugendreferentin des Deutschen Tierschutzbundes.

„Der direkte Kontakt zum Tier kann auch im Revier des Tieres, zum Beispiel im Tierheim, hergestellt werden.“

Im tiergestützten pädagogischen Alltag stehen Ausbilder und Praktiker jedoch vor Herausforderungen: Die fehlende finanzielle Unterstützung, uneinheitliche gesetzliche Vorgaben oder die ortsbezogenen Einzelfallentscheidungen über die Genehmigung eines Tiereinsatzes im Schulumfeld sind nur einige Probleme, die auftreten können.

Kristina Richter, Sprecherin der Mars-Initiative Zukunft Heimtier, fasste den Appell aus dem Plenum zusammen: „Die tiergestützte Pädagogik sollte in die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte integriert sowie das Thema Tierschutz in die Lehrpläne aufgenommen werden. So kann das Bewusstsein für Tiere geschult und gleichzeitig ein Mehrwert für junge Menschen geschaffen werden.“


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