Neue Saison für den Mückenatlas: Stechmückenbeobachtung in Deutschland geht weiter

(17.05.2015) Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auf der Insel Riems bei Greifswald, setzen den seit 2012 erfolgreich laufenden „Mückenatlas“ fort.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert die weitere Erforschung von Stechmücken in Deutschland für die kommenden drei Jahre.

Zu den geförderten Maßnahmen gehören die Erfassung der Stechmückenarten in Deutschland durch das gezielte Aufstellen von Fallen im Bundesgebiet und das Citizen Science-Projekt Mückenatlas.

Mückenatlas

Durch Einsendungen von Bürgerinnen und Bürgern konnten die Forscher des ZALF und des FLI bereits zwei Stechmückenarten nachweisen, die bisher in Deutschland nicht als etabliert galten: die Asiatische Buschmücke Aedes japonicus und die Asiatische Tigermücke Aedes albopictus.

Die Asiatische Buschmücke hat sich seit 2012 in Westdeutschland stark ausgebreitet. Neben der Verbreitung der Buschmücke untersuchen die Forscher in diesem Sommer insbesondere, ob Exemplare der Tigermücke, die 2014 im Raum Freiburg in Baden-Württemberg gefunden wurden, überwintert haben.

„Sollten es die eher wärmeliebenden Tigermücken geschafft haben, den Winter am Oberrhein zu überstehen, besteht eine günstige Ausgangsposition für den Aufbau einer gefestigten Population dieser Stechmückenart in Süddeutschland“, sagt Projektleiterin Doreen Werner vom ZALF.

„Angesichts der milden Temperaturen im vergangenen Winter ist das nicht unwahrscheinlich.“
Aedes albopictus hat sich seit dem Erstnachweis Ende der 1980er Jahre in Südeuropa weit verbreitet und drängt immer weiter nach Norden vor. Nördlich der Alpen wurden bislang noch keine etablierten Populationen dokumentiert.

Die Asiatische Tigermücke gilt als potenzieller Überträger zahlreicher Krankheitserreger und führte in Südfrankreich, Kroatien und Norditalien zur Übertragung des Erregers für Chikungunya- und Dengue-Fieber.

Die Asiatische Buschmücke ist von Natur aus bestens an das mitteleuropäische Klima angepasst, für viele Erreger aber bisher nur aus dem Labor als Überträger bekannt.

Ob sie zukünftig im europäischen Raum als Überträger eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Doch auch das geografische und saisonale Auftreten einheimischer Arten ist für die Bewertung des zukünftigen Risikos der Übertragung von Krankheitserregern durch Stechmücken wichtig.

Mehr Informationen zum „Mückenatlas“ und dem Fangen von Mücken sind unter www.mueckenatlas.de zu finden.




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