Neues Messgerät ermöglicht eine schnelle Analyse von Mykotoxinen

(08.11.2014) Mit dem Biosensor Array haben Professor Erwin Märtlbauer und Dr. Richard Dietrich von der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die Professoren Reinhard Nießner und Dietmar Knopp von der Technischen Universität München ein Messgerät entwickelt, das eine zuverlässige vor-Ort-Analyse von getreiderelevanten Mykotoxinen möglich macht.

Mit dieser Innovation erreichten sie das Finale in der Bewerbung um den Otto von Guericke-Preis 2014. Die AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Preis einmal im Jahr für herausragende Leistungen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).


Das neue Messgerät ermöglicht eine schnelle Analyse von Pilzgiften.

Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Bei Mykotoxinen handelt es sich um giftige Stoffwechselprodukte von Pilzen, die auf Getreide wachsen. Wird das kontaminierte Korn in Lebens- und Futtermitteln verarbeitet, kann es bei Mensch und Tier akute und chronische Erkrankungen auslösen.

Mykotoxine sind schon in geringen Mengen giftig. Die EU hat bereits für eine Vielzahl dieser Verbindungen mittels gesetzlicher Regelungen Höchstwerte festgelegt.

Da diese Pilzgifte auch durch aufwendige Behandlungsmaßnahmen nur unzureichend aus dem Erntegut entfernbar sind, ist die Eingangskontrolle bei den Getreideannahmestellen und Mühlen entscheidend.

„Die klassische Analyse dieser Schimmelpilzgifte ist jedoch von der Probenahme bis zur Analyse sehr kostspielig und zeitintensiv.“, erläutern die Wissenschaftler die aktuelle Situation. Darüber hinaus müsse das Personal hoch spezialisiert sein.

In dem IGF-Vorhaben, das vom AiF-Mitglied Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) in Bonn koordiniert wurde, hat das Forscherteam ein softwaregesteuertes Biochip-Auslesegerät entwickelt.

Das Messgerät ist in der Lage, in 20 bis 25 Minuten alle sechs in Getreide und Getreideprodukten vorkommenden Mykotoxine oder Mykotoxin-Gruppen nachzuweisen. Durch seine kurzen Testzeiten und das breite Nachweisspektrum hebt sich das neue System von den herkömmlichen Methoden ab.

Insbesondere für die gesamte getreideverarbeitende, mittelständisch geprägte Industrie sind die Er-gebnisse des Projekts von besonderer Bedeutung, da hohe Analysekosten eingespart werden.

Darüber hinaus können Einbußen in der Qualität von Lebensmitteln oder Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten rechtzeitig erkannt werden und sowohl Imageschäden als auch Kosten infolge von Produkthaftung vermieden werden.

Aus den erzielten Ergebnissen lassen sich auch weitere Nutzungsanwendungen ableiten: Vorstellbar wäre – nach einer entsprechenden Anpassung des Verfahrens – der Einsatz in anderen Bereichen der Lebensmittelproduktion, zum Beispiel bei der Herstellung von Säuglings- und Kleinkindernahrung oder Teigwaren.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

VetMAB

VetMAB-Antibiotikaminimierung im Stall – Neues Modul ist gestartet

Nun endlich ist im Oktober 2017 das lange erwartete Modul Masthähnchen bei VetMAB, dem Internetportal für einen reduzierten Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren, live gegangen
Weiterlesen

MyVetlearn

eLearning-Kurs Reproduktionsmedizin Pferd mit Prof. Dr. Axel Wehrend

Zum Ende des Jahres endet die eLearning-Kursreihe Reproduktionsmedizin Pferd und kleine Wiederkäuer / Neuweltkameliden
Weiterlesen

NABU

Vogelfunde unter Stromleitungen melden

NABU und Renewables Grid Initiative starten Hotline für besseren Vogelschutz im Stromnetz
Weiterlesen

Leipziger Tierärztekongress

9. Leipziger Tierärztekongress: Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte

Antibiotikaeinsatz, Dermatologie oder tierschutzkonformes Verhalten: Am Kongresssamstag des 9. Leipziger Tierärztekongresses können TFAs sich in den Themenfeldern „Von Antibiotika bis Zelle“ und „Recht für Tiermedizinische Fachangestellte“ fortbilden
Weiterlesen

Myvetlearn

eLearning-Grundkurs zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen bzw. des Fachtierarztes für Bienen

Alle Bienen-Interessierten Tierärztinnen und Tierärzte sollten die Zeit bis Anfang Dezember 2017 noch nutzen, um an dem einzigartigen  eLearning-Grundkurs zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen bzw. des Fachtierarztes für Bienen teilzunehmen
Weiterlesen

Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises 2017: Stefanie Hertel, Martin Pechmann (1. Platz), Britta Wolff (Funk Uhr/Super TV), Marcel Yousef  (1. Platz), Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund), Johanna Müller (W; Bildquelle: Uwe Tölle/ Mediengruppe KLAMBT

Deutscher Tierschutzpreis 2017 in Berlin verliehen

Mit dem Deutschen Tierschutzpreis hat der Deutsche Tierschutzbund am 10. Oktober 2017 in Berlin Menschen geehrt, die sich mit Herzblut und Energie für Tiere einsetzen
Weiterlesen

Wildschweine ; Bildquelle: FLI

Maßnahmen gegen Afrikanische Schweinepest

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und Deutscher Jagdverband (DJV) veröffentlichen Empfehlungen zum Umgang mit der Tierseuche
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...