Lothar H. Wieler ist neuer Präsident des Robert Koch-Instituts

(26.02.2015) Veterinärmediziner Prof. Dr. Lothar H. Wieler leitet ab 1.3.2015 das Robert Koch-Institut. Der bisherige Amtsinhaber Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Burger scheidet aus Altersgründen aus. Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, hat die von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Ernennungsurkunde am 26.2.2015 an den neuen Präsidenten überreicht.

Bereits im November 2014 hatte das Bundeskabinett dem Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zugestimmt. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Lothar Wieler einen hochqualifizierten Wissenschaftler und erfahrenen Forschungsmanager als Präsidenten des Robert Koch-Instituts zu gewinnen", betont Lutz Stroppe.


Prof. Dr. Lothar H. Wieler
Lothar Wieler ist Professor an der Freien Universität Berlin und war dort zuvor Geschäftsführender Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Tierseuchen. Sein Arbeitsgebiet sind Zoonosen, das sind Erreger, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden.

Neu auftretende Krankheitserreger stammen häufig aus dem Tierreich, dazu zählen zum Beispiel das MERS-Coronavirus, das SARS-Virus, Ebolaviren oder die landwirtschaftsassoziierten multiresistenten Staphylococcus aureus (la-MRSA).

Wieler interessieren insbesondere die Mechanismen, die dazu beitragen, dass bakterielle Erreger verschiedene Wirte infizieren können. Er forscht an Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Staphylococcus pseudintermedius.

Hierbei steht die Entwicklung molekularer Typisierungsmethoden im Vordergrund, mit denen innerhalb einer bakteriellen Spezies Zoonose-Erreger identifiziert werden. Mit Genom-Analysen und weiteren Verfahren untersucht er bakterielle Faktoren (Adhäsine, Invasine, Toxine, Moduline), die eine erfolgreiche Infektion im jeweiligen Wirt vermitteln.

Ziel seiner Forschungsarbeiten ist es, Ansätze für Interventionsstrategien zu identifizieren. Im Jahr 2010 wurde er als Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zugewählt.

Sein Vorgänger Reinhard Burger war seit 1987 im RKI, zunächst als Abteilungsleiter; 1997 wurde er stellvertretender Direktor und 2001 Vizepräsident. Seit 2010 ist er Präsident des RKI. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war die Sicherheit von Bluttransfusionen und Blutprodukten.

„Über einen Zeitraum von 28 Jahren hat Reinhard Burger seine medizinische Expertise in den Dienst des Robert Koch-Instituts gestellt. Er hat sich um die Entwicklung von Sicherheitsstandards hohe Verdienste erworben.

Er war ein Glücksfall für das RKI“, würdigt Staatssekretär Lutz Stroppe die Arbeit des scheidenden Präsidenten. Außerdem trieb Burger über Jahre den Neubau eines Laborgebäudes mit Hochsicherheitslabor am Standort Seestraße voran, der Anfang Februar 2015 im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und den beiden zuständigen Bundesministern Hermann Gröhe und Dr. Barbara Hendricks eingeweiht wurde.

Burger ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und erhielt für sein wissenschaftliches Wirken eine Reihe von Ehrungen, darunter die Ehrendoktorwürde der Kitasato University Tokio und den Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin / Blutspendewesen des Deutschen Roten Kreuzes.

Diese große Baumaßnahme, die auch noch ein neues Laborgebäude am Standort Nordufer vorsieht, ist ein wichtiger Schritte auf dem Weg zum Ausbau des RKI. Nach einer inhaltlichen und strukturellen Neugestaltung Ende der Neunzigerjahre folgte 2007 das Projekt RKI 2010.

Ziel des von 2008 bis 2012 umgesetzten Vorhabens war die weitere Stärkung und Neugestaltung des Robert Koch-Instituts als zentrale Einrichtung für die Öffentliche Gesundheit (Public Health). Unter den Themen, die durch das RKI 2010 verstärkt wurden, sind z.B. die sich ausbreitenden Antibiotika-Resistenzen und in einer älter werdenden Gesellschaft zunehmende Krankheiten wie Krebs oder Demenz.



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