Landesanstalt für Bienenkunde erhält nachhaltigen Holz-Hybridbau am Campus der Universität Hohenheim

(01.11.2021) Pilotprojekt auf dem Campus der Universität Hohenheim: Neubau soll als erstes Laborgebäude des Landes Silber-Zertifikat für „Nachhaltiges Bauen“ erreichen

Bienengesundheit, Biodiversität, Honig-Qualität: Die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim in Stuttgart forscht an nachhaltigen Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Bienenhaltung in Baden-Württemberg und darüber hinaus.


Gebäude der Landesanstalt für Bienenkunde am Campus der Universität Hohenheim

Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzt nun auch ihr Gebäude: Der Neubau ist das erste Laborgebäude in Baden-Württemberg, das als Holzhybrid-Bau konzipiert wurde und nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen“ mit dem Ziel „Silber“ zertifiziert werden soll.

Das zweistöckige Niedrigenergiegebäude vereint auf über 1.200 Quadratmetern Nutzfläche Labore, einen Imkerei- und Werkstattbereich sowie Büros und Seminarräume. Auf dem begrünten Flachdach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage.

Für den Neubau investierte das Land 10,4 Millionen Euro. Am 25. Oktober 2021 wurde das Gebäude feierlich an die Universität Hohenheim übergeben.

Die Lage am Rande der Hohenheimer Gärten könnte idyllischer kaum sein. Auch wenn man das Gebäude betritt, spürt man förmlich die Verbindung zur umgebenden Natur. Dafür sorgt u.a. die gelungene Kombination aus Holz und Glas, die sich von der Außenfassade stimmig ins Gebäudeinnere fortsetzt.

In der Eingangshalle erwartet Besucher:innen eine handwerklich gefertigte Holzschnitzerei mit dem Titel „Schafgarbe im Paradies“, die sich auf einer Sichtbetonwand über beide Etagen erstreckt. Beim Besuch der Terrasse kann der Blick über einen angrenzenden Weiher („Langer See“) schweifen und es lässt sich mit etwas Glück ein Graureiher erspähen.

Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen

Vor allem aber soll das Gebäude im Grünen auch grüne Maßstäbe setzen: Durch die umfangreiche Verwendung von Holz sowohl im Tragwerk, für die Fassade als auch im Innenausbau erreicht das Gebäude eine besonders hohe Punktzahl bei der Ökobilanzierung.


Viel Tageslicht, Holz und Kunst am Bau: So präsentiert sich der Neubau Bienenkunde

Die Holz-Hybridbauweise ermöglicht es dabei zugleich, die im Holzbau üblichen Schwachstellen wie sommerlicher Wärmeschutz oder Schallschutz zu verbessern. Zur Optimierung von Heizung, Kühlung und Lüftung wurden detaillierte thermische Gebäudesimulationen durchgeführt und Passivhausstandards in der Gebäudehülle umgesetzt.

Auf dem begrünten Flachdarf befindet sich eine Photovoltaik-Anlage. Als nächster Schritt wird eine Zertifizierung gemäß dem Bewertungssystem ‚Nachhaltiges Bauen‘ angestrebt – ein Pilotprojekt für ein Laborgebäude in Baden-Württemberg.

Tatsächlich nahmen die Bienenkundler:innen der Universität Hohenheim ihr neues Gebäude bereits im April 2021 in Betrieb. Corona-bedingt musste eine Einweihung jedoch zunächst verschoben werden. Die nachgeholte Baufeier am Montag, 25. Oktober, bot Staatssekretärin Gisela Splett vom Ministerium für Finanzen nun Gelegenheit, den innovativen Charakter des Gebäudes und die wichtigen Aufgaben der Landesanstalt in feierlichem Rahmen zu würdigen.

„Der Beitrag der Landesanstalt für Bienenkunde ist deutschlandweit bekannt, angesehen und unersetzlich. Wir haben der Forschungseinrichtung mit diesem hochtechnischen und gleichsam nachhaltigen wie innovativen Holz-Hybrid-Neubau nicht nur eine neue Adresse, sondern vor allem für deren Arbeit einen adäquaten, zeitgemäßen und zukunftsorientierten Rahmen gegeben“, so Staatssekretärin Gisela Splett.

Rückenwind für Bienenforschung und Wissenstransfer

Hervorragende Voraussetzungen für die Bienenforschung und den Wissenstransfer in die Imkerschaft lobt auch Staatssekretärin Petra Olschowski vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

„Es sind Institutionen wie die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, die mit ihrer Forschung dazu beitragen, dass die Jahrtausende alte Wissensgeschichte rund um die Biene, deren Lebensbedingungen und die Honiggewinnung auf höchstem Niveau ihre Fortsetzung findet. Eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zur Haltung der Honigbiene ist im Hinblick auf den Wandel hin zu einer insekten-freundlichen Agrarlandschaft wichtiger denn je“, so Staatssekretärin Petra Olschowski.

Auch der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, zeigt sich beeindruckt: „Auf dem Weg zum klimaneutralen Campus ist die Niedrigenergiebauweise wegweisend auch für künftige Bauprojekte.

Die Investition des Landes gibt uns zugleich den notwendigen Rückenwind für relevante Forschungsfelder wie den Erhalt der Biodiversität, den Schutz von Bienenvölker gegen die Varroa-Milbe oder genauere Kenntnisse über die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln für die Bienengesundheit.“

1.200 m² vereinen Labore, Imkerei und Seminarräume

Geplant und umgesetzt wurde der Neubau durch die Partnergesellschaft LANZ • SCHWAGER ARCHITEKTEN BDA in Konstanz. Bei der Bauleitung unterstützte das Stuttgarter Architekturbüro Ernst².

Die Fertigstellung erfolgte weitgehend im vorgesehen Zeit- und Kostenplan. Dabei waren die architektonischen Anforderungen für den zweistöckige Neubau alles andere als alltäglich: Denn das Gebäude vereint auf 1.200 m² Nutzfläche völlig unterschiedliche Funktionsbereiche: Labore, Imkerei sowie Seminar- und Büroräume.

In den Laboren finden u.a. Auftragsanalysen zur Qualität von Honig und Rückständen statt, um die regionale Vermarktung und dadurch auch die Imkerei im Land zu unterstützen. Daneben werden mikro- und molekularbiologische Forschung zur Fragen der Bienengesundheit durchgeführt: „Wir haben nun ausreichend Platz und ideale Bedingungen – auch um unsere vielfältigen Kooperationen mit verschiedenen Hohenheimer Fachgebieten zu vertiefen“, freut sich Dr. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde.

Ganz andere Anforderungen stellen sich hingegen im Wachs- und Schleuderraum der Imkerei oder in den Seminarräumen, die für bienenkundliche Lehrveranstaltungen der Universität, aber auch für Fortbildungen für Imker:innen genutzt werden.

„Wer schon einmal mit großen Mengen Wachs und Honig hantiert hat weiß: In der Imkerei geht es robust zur Sache! In den Seminarräumen hatten wir uns wiederum eine inspirierende Wohlfühl-Atmosphäre gewünscht. Unser neues Gebäude vereint die unterschiedlichen Anforderungen auf gelungene Weise“, so Dr. Rosenkranz.

Der Neubau der Landesanstalt für Bienenkunde ersetzt ein altes Container-Gebäude, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des „Langen Sees“ im Bereich der Hohenheimer Gärten befindet. Langfristig soll die Fläche dem Landschaftsschutzgebiet wieder zurückgegeben werden.




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