NABU begrüßt Aufnahme von LKA-Ermittlungen bei illegaler Wolfstötung in Sachsen

(05.05.2014) Der NABU hat die Entscheidung Sachsens begrüßt, ein Spezialteam des Landeskriminalamtes im Fall einer Wolfstötung ermitteln zu lassen. Der NABU hatte Ende März nach dem jüngsten Abschuss eines Wolfes gefordert, beim Landeskriminalamt Sachsen in der Abteilung Umweltkriminalität Spezialisten für Straftaten im Bereich Artenschutz einzusetzen.

Diese sollten die örtlichen Polizeistellen bei den Ermittlungen in solchen Fällen unterstützen. Der erschossene Wolf war am 28. März in einem Waldgebiet bei Weißkeißel im sächsischen Landkreis Görlitz entdeckt worden.

Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Wir begrüßen, dass nun die Forderungen des NABU umgesetzt werden und Sonderermittler des LKA im Falle des erschossenen Wolfes tätig werden. Dies kann jedoch nur Auftakt zur Etablierung einer neuen Abteilung für Vergehen aus dem Bereich Artenschutz sein. Es ist zu befürchten, dass weitere Taten folgen werden.“

Wie schon in der jüngsten NABU-Bewertung zu den bundesweiten Schutzbemühungen des streng geschützten Wolfes, trete Sachsen auch hier durch ein besonders zeitgemäßes Wolfsmanagement hervor. Einzige Achillesferse sei die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.

„Von einer gesteigerten Akzeptanz als Folge der Hegepflicht ist wenig zu spüren. Das Auffinden von zwei illegal mit Jagdmunition getöteten Wölfen in den vergangenen Monaten zeigt, dass noch ein langer Weg begangen werden muss, bis in der gesamten jagenden Zunft die Rückkehr des Wolfes akzeptiert worden ist“, so Miller.

In Sachsen sind damit seit dem Jahr 2000 fünf illegal getötete Wölfe gefunden worden. In einem Fall wurde ein Wolf vorsätzlich mit einem Pkw zu Tode gehetzt. Tatverdächtige konnten in keinem einzigen Fall ermittelt werden. „Bislang steht eine Null bei der Aufklärungsrate. Die Tötung eines streng geschützten Tieres wie dem Wolf muss strenger verfolgt werden“, so Miller.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

NABU

NABU, WWF und IFAW fordern in Niedersachsen: Herdenschutz statt Wolfsabschuss

NABU, WWF und IFAW kritisieren die Entscheidung des niedersächsischen Landesumweltministeriums, die Abschussgenehmigung des Rodewalder Wolfsrüden mit der Bezeichnung „GW717m“ erneut zu verlängern
Weiterlesen

Universität Rostock

Podiumsgespräch „Weidetiere im Visier des Wolfes?“

Am 7. Mai 2019 findet eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit dem Wolf in Mecklenburg-Vorpommern statt
Weiterlesen

v.l.n.r: Horst Gangl, Kurt Kotrschal, Karl Wilfing, Petra Winter, Heinrich XIV. Reuss, Friederike Range, Elmar Pichl und Zsófia Virányi; Bildquelle: Ernst Hammerschmid

Das Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn feierte sein 10-jähriges Bestehen

Mit einem Festakt am 25. April 2019 beging das Wolf Science Center (WSC) sein 10-jähriges Jubiläum am Standort Ernstbrunn in Niederösterreich
Weiterlesen

Der Wolf

Der Wolf

Im Spannungsfeld von Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz - von Klaus Hackländer
Weiterlesen

Uppsala University

Origin of Scandinavian wolves clarified

There are no signs that hybrids of dog and wolf have contributed to the Scandinavian wolf population – a matter that has been discussed, especially in Norway
Weiterlesen

Wölfe ergreifen selbst die Initiative, kooperieren aber dennoch mit Menschen; Bildquelle: Friederike Range/Vetmeduni Vienna

Wölfe führen, Hunde folgen – und beide kooperieren mit dem Menschen

Eine Aussage, die aufhorchen lässt, erfährt der Wolf doch in den letzten Jahren immer wieder Aufmerksamkeit, vielfach mit einem negativen Begleitton
Weiterlesen

WWF

WWF kritisiert Salzburger Wolfsmanagementplan

Naturschutzorganisation anerkennt Fortschritte, kritisiert aber mögliche Abschuss-Willkür
Weiterlesen