25.000 Kraniche rasten an der deutschen Boddenküste

(25.09.2011) Zum Höhepunkt des Vogelzugs bietet der NABU „Birdwatch“-Ausflüge an

Mehr als 25.000 Kraniche sind bereits an der Ostseeküste zwischen Rügen und dem Darß angekommen. Die bemerkenswerte Zugwelle skandinavischer Kraniche rastet in der Vorpommerschen Boddenlandschaft auf ihrem Weg in die südeuropäischen Winterquartiere.

„Durch das schöne Wetter des vergangenen Wochenendes gab es für die Vögel ideale Reisebedingungen“, erklärt Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums von NABU und WWF.

Er verkündet einen Rekord: Mit fast 14.000 Kranichen wurden am Hauptschlafplatz im Nationalpark Vorpommerns zum jetzigen Zeitpunkt etwa doppelt so viele Vögel gezählt, wie in den vergangen Jahren.

In vielen Regionen haben die Kranichbestände in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. In Schweden brüten mehr als 23.000 Paare, in Polen etwa 15.000 und in Finnland mindestens 20.000.

In Deutschland hat sich die Zahl in nur einem Jahrzehnt auf über 7.000 verdoppelt, davon alleine 3.000 Kranichpaare in Mecklenburg-Vorpommern und 2.400 in Brandenburg.

Mit dem Bruterfolg wachsen auch die Rastansammlungen auf bisher nicht bekannte Größen. Der Höhepunkt der Herbstrast wird in der ersten Oktoberhälfte mit bis zu 70.000 Kranichen in der Boddenlandschaft erwartet.

„Die in Skandinavien gestarteten Zugvögel harren so lange an ihren Rastplätzen aus, bis der richtige Reisewind einsetzt. Für ihren langen Weg in Richtung Spanien und Portugal bevorzugen die relativ schweren Vögel Rückenwind, also möglichst aus Nordosten“, erläutert NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow.

Auf den deutschen Ackerschlägen, oft mit abgeerntetem Mais, finden die Tiere nach ihrer anstrengenden Reise über die Ostsee ausreichend Nahrung.

Für alle, die die faszinierenden Vögel hautnah erleben wollen, bietet der NABU-Terminkalender für diesen Herbst mehr als 200 geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Kutsche, Bus, oder auch Kanu und Schiff.

Mit gleich zwei „Kranichwochen“ stehen die  „Vögel des Glücks“ vom 25. September bis 2. Oktober rund um das Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf im Mittelpunkt, sowie vom 30. September bis 9. Oktober im Nationalpark Unteres Odertal in Gartz nahe Schwedt. Der NABU ruft Vogelfreunde auf, entlang der Zugrouten der Kraniche Augen und Ohren offen zu halten.

Die Beobachtungen können direkt per Internet-Mailformular unter www.NABU.de/kraniche gemeldet werden.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

NABU

NABU: Vogelschutz im Stromnetz muss besser werden

Bundesweite Erfassung von toten Vögeln an Stromleitungen läuft seit einem Jahr
Weiterlesen

Kleiber; Bildquelle: Frank Derer

Stunde der Wintervögel 2018

Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen.
Weiterlesen

NABU

Vogelfunde unter Stromleitungen melden

NABU und Renewables Grid Initiative starten Hotline für besseren Vogelschutz im Stromnetz
Weiterlesen

NABU

Wolf in Baden-Württemberg illegal erschossen

Der am 8. Juli 2017 im Schluchsee (Schwarzwald) tot aufgefundene Wolfsrüde wurde nachweislich erschossen. Dies ergab die Obduktion durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin
Weiterlesen

NABU

Alarmierender Rückgang bei Vögeln in Deutschland und Europa

Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag bestätigt Beobachtungen zum Rückgang der Feldvögel - Verlust von Nahrung und Lebensraum
Weiterlesen

Batcities

Projekt „Batcities“ startet in Berlin, Hamburg und Leipzig

Städte bieten Fledermäusen wichtige Lebensräume – doch diese schwinden immer mehr. Mit dem neuen Projekt „BatCities“ möchte der NABU den Fledermausschutz in der Stadt stärken
Weiterlesen

Kleiber; Bildquelle: Frank Derer

Stunde der Wintervögel 2017

Vom 6. bis 8. Januar  2017 findet zum siebten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen