Universitätsklinikum Jena für seine transparente Kommunikation zu Tierversuchen ausgezeichnet

(03.07.2022) Die Initiative „Tierversuche verstehen“ zeichnet das Universitätsklinikum Jena für seine vorbildliche Kommunikation zur tierexperimentellen Forschung aus.

Für welche Forschungsfragen werden Tiere eingesetzt, wie werden die Tiere gehalten oder was wird getan, um die Zahl der Tierversuche zu verringern? Wenn sich Menschen intensiver mit dem Thema Tierversuche beschäftigen, stellen sie häufig diese Fragen.

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) als Wissenschaftseinrichtung mit vielen Forschungsgruppen, die tierexperimentell arbeiten, beantwortet sie ausführlich. Das UKJ gehört zu den Erstunterzeichnern der Initiative Transparente Tierversuche und wurde jetzt zum ersten Jahrestag der Initiative mit dem Qualitätssiegel vorbildliche Kommunikation zur tierexperimentellen Forschung ausgezeichnet.


Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft in Jena beantwortet die Stabsstelle Tierschutz des UKJ alle Fragen rund um Tierversuche.

„Tierversuche sind ein unverzichtbarer Baustein für wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Anwendungen. Komplexe biologische Prozesse lassen sich nur im lebenden Organismus untersuchen“, stellt Prof. Dr. Thomas Kamradt, Dekan der Medizinischen Fakultät und Wissenschaftlicher Vorstand des UKJ klar.

„Das setzt einen höchst verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren voraus und ist für uns mit der transparenten Information und Kommunikation zu Tierversuchen verbunden.“

Als Bestandteil dieser Kommunikation lädt die UKJ-Homepage z.B. zu einem Videorundgang in die Tierhaltungen ein, zeigt die Arbeit der Stabsstelle Tierschutz und nennt die Zahlen der eingesetzten Tiere.

Wird über Forschungsergebnisse berichtet, dann auch über die Tierexperimente, mit denen sie erzielt wurden. „Wenn wir Tierversuche durchführen, orientieren wir uns an dem 3R-Prinzip“, betont Dr. Sabine Bischoff, die Leiterin der Stabsstelle Tierschutz.

So finden sich auf der Homepage konkrete Projekte des UKJ zu diesem Prinzip, das sich darauf richtet, Experimente möglichst tierschonend durchzuführen (englisch: Refine), die Zahl der Versuchstiere zu verringern (Reduce) und Alternativmethoden zum Tierversuch zu entwickeln (Replace). Mehrere der Projekte wurden bereits mit Tierschutzpreisen ausgezeichnet.

Zur Transparenz gehört auch die Offenheit für Anfragen von Journalisten, Schülerprojekten und allen Interessierten. Beispielsweise beteiligt sich die Stabsstelle Tierschutz regelmäßig an der Langen Nacht der Wissenschaft in Jena, um den Dialog mit den Besuchern zu suchen und alle Fragen rund um Tierversuche am UKJ zu beantworten.

Sabine Bischoff: „Unsere Erfahrungen sind sehr positiv, und die Anerkennung unserer Arbeit für eine transparente Kommunikation durch das Qualitätssiegel freut uns besonders.“




Weitere Meldungen

Universität Heidelberg

Neues baden-württembergisches Netzwerk zur Verringerung von Tierversuchen

An der landesweiten Initiative wirken Forscherinnen und Forscher aus Heidelberg und Mannheim mit
Weiterlesen

TVT-Merkblatt

Tierschutzbeauftragte - für den Tierschutz unverzichtbar

TVT-Merkblatt informiert über Aufgaben und Herausforderungen bei Tierversuchen
Weiterlesen

AnimalStudyRegistry

Neu: AnimalStudyRegistry

Neues Register für Tierversuche am Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren ging am 7. Januar 2019 an den Start
Weiterlesen

BfR

Spring School: Besserer Schutz von Versuchstieren

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren und die Berlin-Brandenburger Forschungsplattform laden zur Öffentlichen Spring School vom 3. bis 5. April 2017 an der Freien Universität Berlin ein
Weiterlesen

Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R)

Expertinnen und Experten zum Schutz von Versuchstieren gesucht

Der Nationale Ausschuss Tierschutzgesetz (TierSchG) des BfR baut einen ehrenamtlich arbeitenden Expertenpool auf
Weiterlesen

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg fördert Forschung an Tierversuchs-Alternativen mit 400.000 Euro

Grün-rote Landesregierung fördert vier Projekte zur Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch mit 400.000 Euro
Weiterlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Alternativmethode zum Tierversuch für die Prüfung von Botulinum Neurotoxin

Arbeitsgruppe unter Leitung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) berät zur Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden zum Tierversuch
Weiterlesen

Bundesminister Christian Schmidt überreicht dem Präsidenten des BfR Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel zur Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren symbolisch eine Tafel; Bildquelle: Thomas Koehler/photothek/BMEL

Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren und Verleihung des Tierschutzforschungspreises 2015

Die Initiative "Eine Frage der Haltung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft öffnet neue Wege für mehr Tierwohl und umfasst auch den Bereich der Versuchstiere
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen

11.11.