Jörg-Andreas Krüger ist neuer NABU-Präsident

(11.11.2019) Er wurde auf der NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstag in Berlin einstimmig an die Verbandsspitze gewählt. Er folgt damit auf Olaf Tschimpke, der nach 16 Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte.

Jörg-Andreas Krüger war die vergangenen sechs Jahre beim WWF tätig, zuletzt in der Position als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“.

Von 2004 bis 2013 war Jörg-Andreas Krüger Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband, ab 2010 zusätzlich in der Funktion als stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Seit 1982 ist der in Niedersachsen geborene studierte Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur und ausgebildete Verwaltungsbeamte Mitglied im NABU.


NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger

Jörg-Andreas Krüger sprach sich für einen direkteren Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten aus. 

„Naturschutz und Landwirtschaft müssen reden. Ich bin überzeugt, dass wir mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam erhalten können. Ich bin bereit, daran mitzuwirken, dass die Gräben weniger tief werden“, so Krüger. Allerdings führe kein Weg daran vorbei, dass die EU-Agrarfinanzen so ausgerichtet werden müssen, dass sie Veränderungen in der Bewirtschaftung unterstützen.  Das Insekten- und Vogelsterben dulde keinen Aufschub und die Landwirtschaft brauche eine Zukunftsperspektive.

„Eine intensive Landnutzung ohne dabei den Naturschutz zu berücksichtigen, ist nicht mehr zeitgemäß. Viele Landwirtinnen und Landwirte arbeiten bereits mit neuen Ideen und Konzepten daran, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Ich erwarte auch vom Bauernverband konkrete Lösungsvorschläge, wie er sich eine zukunftsfähige Agrarförderung unter Berücksichtigung des Erhalts unserer Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt vorstellt“, so der NABU-Präsident.

Der NABU fordert EU-Steuergelder für die Landwirtschaft künftig stärker an Leistungen und Maßnahmen für den Schutz von Wasser, Klima und Arten zu binden.

NABU-Präsident Krüger würdigte in seiner Antrittsrede auch die Bedeutung der Maueröffnung vor 30 Jahren für den Naturschutz und den NABU: „Ohne die Naturschützerinnen und Naturschützer der DDR wäre aus dem westdeutschen Deutschen Bund für Vogelschutz nicht der heutige NABU entstanden“, so der NABU-Präsident.

Krüger verwies dabei auf das im Internet veröffentlichte historische Zeitzeugen-Projekt „Naturschutz in der Wende“, mit dem der NABU die spannende Nachwendezeit und das Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Naturschützerinnen und Naturschützer dokumentiert hat.

Christian Unselt wurde in seinem Amt als NABU-Vizepräsident bestätigt. Neue Vizepräsidentinnen sind Petra Wassmann und Nicole Spundflasch. Zum Schatzmeister wurde Ingo Ammermann gewählt. Weitere Präsidiumsmitglieder sind Carsten Böhm, Alexander Porschke, Christine Sauer, René Sievert und Thomas Holz.

Die NABU-Bundesvertreterversammlung (BVV) tagt bis zum 10. November. Am Sonntag wollen die 260 Delegierten über ein Grundsatzprogramm zum Planen und Bauen in Deutschland beraten. Schwerpunkt ist eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Den Delegierten liegt eine Resolution zur Arten- und Klimakrise vor.

Darin werden die politischen Entscheiderinnen und Entscheider in Bund, Ländern und der EU aufgefordert, Artensterben und Erdüberhitzung entschlossen zu bekämpfen.  Eröffnet wurde die NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstagvormittag von  Olaf Tschimpke. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt ein Grußwort.




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