Illegale Wolfstötung – sieben tote Wölfe in nur sechs Jahren

(28.07.2015) Der NABU verurteilt den illegalen Abschuss eines Wolfes im Landkreis Görlitz. Das tote Tier war in der Nacht auf den 26.7. 2015 unweit der Autobahn A4 bei Vierkirchen gefunden worden.

„Innerhalb von nur sechs Jahren ist es inzwischen der siebte illegal getötete Wolf in Sachsen“, erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Bis heute konnte in keinem der Fälle ein Verdächtiger ausfindig gemacht werden. Daher begrüßt der NABU die Aufnahme der Ermittlungen durch das Landeskriminalamt. „Wir hoffen, dass durch den Einsatz des LKA der Schütze ermittelt werden kann und er oder sie entsprechend verurteilt wird.

Ein illegal geschossener Wolf ist keine Trophäe für die heimische Wohnzimmerwand – es ist eine Straftat, die bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann“, so Miller.

Über den näheren Fundort machte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Angaben. Die Tat soll sich dem Vernehmen nach bei Vierkirchen ereignet haben. „Das wäre insofern bemerkenswert, als dass die letzten fünf Wolfstötungen alle in einem Umkreis von 40 Kilometern stattgefunden hätten.

So wie Luchse in Bayern inzwischen ein als Bermudadreieck bekanntes Gebiet fürchten müssen, haben wir es wohl auch in Ostsachsen mit einem ähnlichen Gebiet für Wölfe zu tun“, so Miller.

In dem neuerlichen Abschuss sieht der NABU eine zunehmende Verschärfung der Diskussion um den Wolf in Sachsen. 2012 wurde das Wildtier auf Drängen des Landesjagdverbandes in das sächsische Jagdrecht aufgenommen, damit eine bessere Akzeptanz innerhalb der Jägerschaft erreicht werden kann. Seither sind vier tote Wölfe in Sachsen gefunden worden.

Im Juni dieses Jahres hatte der Bundesjägertag in Dresden ein Positionspapier zum Wolf veröffentlicht. Der NABU bedauert, dass sich der Deutsche Jagdverband (DJV) darin nicht klar zum Wolf als Teil der heimischen Fauna und als bedeutsamen Bestandteil des Naturhaushaltes bekennt.

Der NABU appelliert daher an den DJV, das Thema Wolf positiv zu besetzen und – in seiner Rolle als anerkannter Naturschutzverband – den Wolf nicht weiter grundlegend als „Problemart“ darzustellen. „Das Nebeneinander von Wolf und Mensch ist möglich. Genau das sollte der Deutsche Jagdverband auch vermitteln. Würde der DJV seine Scheuklappen ein wenig öffnen, wäre das für die Akzeptanz des Wolfes sehr hilfreich“, so Miller.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

MyVetlearn

MyVetlearn: Einsatz des Ultraschalls beim Heimtier

In Modul 9 der eLearning-Reihe von Vetion.de und ATF Bildgebende Verfahren geht der Heimtierspezialist PD Dr. Sven Reese von der LMU München auf den Einsatz des Ultraschalls beim Heimtier ein
Weiterlesen

Vorstand des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. wiedergewählt

Vorstand des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. wiedergewählt

Anlässlich der Sitzung des erweiterten Vorstandes des  Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. am 30. September 2018 in Bagnoles de l´Orne war die Wahl des Vorstandes für die nächste vierjährige Amtszeit ab 1. Januar 2019 durchzuführen
Weiterlesen

EAVH

Onkologie in der Homöopathie, praktische Erfahrung statt reiner Theorie

Die EAVH veranstaltet am 27. und 28. Oktober 2018 eine Fachfortbildung zum Thema „Onkologie in der Homöopathie, praktische Erfahrung statt reiner Theorie" in Schwechat-Mannswörth bei Wien
Weiterlesen

Forderte praxistaugliche Lösungsansätze in der Tiermedizin: DBU-Generalsekretär Alexander Bond; Bildquelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Alternativen für Antibiotika bei Nutztieren Vorzug geben

Mit der Initiative „Nachhaltige Pharmazie“ werden praxisnahe Lösungsansätze dieses globalen Problems von der DBU fachlich und finanziell gefördert
Weiterlesen

Bundestierärztekammer

Experte: Die betäubungslose Ferkelkastration ist verfassungswidrig

Beim Fachgespräch im Bundestag am 10.10.2018, das von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen organisiert wurde, gab es eine erhellende Erkenntnis
Weiterlesen

Dr. Tino Pleiner und Prof. Dr. Dirk Görlich; Bildquelle: Max-Planck-Gesellschaft

Tierschutzforschungspreis für Dirk Görlich und Tino Pleiner

Dirk Görlich und Tino Pleiner vom Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie in Göttingen erhalten den Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Weiterlesen

Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel

Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel warnt vor illegalem Internethandel

Anlässlich des Welthundetags am 10. Oktober warnt die Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel davor, Welpen über das Internet zu kaufen
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen