Landestierärztekammer Hessen begrüßt Exportstopp von Nutztieren in Drittländer

(22.03.2019) Das Hessische Ministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat die Veterinärämter angewiesen, den Transport lebender, landwirtschaftlich genutzter Tiere in insgesamt 14 Länder des Nahen Ostens sowie Nordafrika, darunter z. B. Syrien, Libanon und Ägypten, nicht zu genehmigen.

Hintergrund des vorerst bis zum 14.04.2019 befristeten Exportstopps ist, dass die tierschutzrechtlichen Mindeststandards in diesen Ländern nicht sichergestellt sind.

Hessen Dazu gehören z. B. Kontroll- und Versorgungsstationen für die Tiere. Auf einer Bund-Länder-Konferenz, die für Ende März vorgesehen ist, soll das weitere sowie einheitliche Vorgehen aller Bundesländer besprochen werden.

"Wir unterstützen und begrüßen das vorläufige Verbot zum Transport lebender Tiere ausdrücklich", so Dr. Ingo Stammberger, Präsident der Landestierärztekammer (LTK) Hessen.

"Ein Transport von lebenden Tieren in Drittländer bedeutet für die transportierten Tiere aufgrund der großen Entfernungen lange Transportzeiten, Stress und damit sehr häufig auch Leiden. Durch fehlende Kontroll- und Versorgungsstellen sind die Tiere Hitze und Durst ausgesetzt; fehlende Infrastruktur in Kriegs- und Krisengebieten führt zu tagelangen Wartezeiten an Grenzübergängen."

In Zeiten, in denen das Züchten von Tieren ebenso gut über Export von Sperma oder Embryonen erfolgen und Fleisch auch gekühlt transportiert werden könne, statt lebende Tiere zu exportieren, seien lange Transporte in Drittstaaten unter Tierschutzgesichtspunkten weder erforderlich noch ethisch vertretbar.

"Aus unserer Sicht wäre ein generelles Verbot von Transporten lebender Nutztiere in Drittländer angezeigt – darauf sollten sich Bund und Länder Ende März einigen", so der LTK-Präsident abschließend.



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