Friedrich-Loeffler-Institut schließt Standort in Tübingen

(29.12.2011) FLI-Fachinstitut für Immunologie setzt Arbeit auf der Insel Riems fort

Zum Jahresende 2011 schließt das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), seinen Standort in Tübingen. Anfang der 1950er Jahre war dort die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) als westdeutsches Pendant zum FLI auf der Insel Riems gegründet worden.

Zuletzt forschte das Institut für Immunologie in Tübingen, das seine Arbeit nun am Hauptsitz des FLI fortsetzt.

“Ich habe meine wissenschaftliche Laufbahn an der BFAV in Tübingen begonnen. Daher fällt es mir nicht leicht, den Standort aufzugeben.”, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des FLI. “Es ist aber die richtige Entscheidung zur Konzentrierung der Virusforschung am historischen Standort”. Nach der Schließung des Standortes Tübingen besteht das FLI weiterhin aus 11 Fachinstituten, nun aber an 6 Standorten.

Der Umzug der Arbeitsgruppen aus Tübingen in den Neubau auf der Insel Riems begann bereits im Juni. Als letztes wird der Leiter des Instituts für Immunologie, Prof. Dr. Lothar Stitz, seine neuen Räume beziehen. „Die Schließung dieses traditionsreichen Standortes ist ein gravierender Einschnitt, aber gleichzeitig auch das Signal zu einen neuen Aufbruch – im wahrsten Sinne des Wortes: zu neuen Ufern, nämlich an der Ostsee.“

Die Wahl des Standortes Tübingen hing nicht zuletzt mit dem dort bereits bestehenden Max-Planck-Institut (MPI) für Virusforschung zusammen. Den Aufbau leitete mit Erich Traub ein ehemaliger Wissenschaftler des FLI.

In den ersten Jahren wurden überwiegend praxisorientierte Fragestellungen aus der Diagnostik und Epidemiologie bearbeitet. So entstanden wesentliche Beiträge zur Erforschung des Aufbaus des Maul- und Klauenseuche-Virus und der für die Immunantwort verantwortlichen Strukturen, sowie zur Weiterentwicklung der Impfung und Diagnostik.

Arbeiten zur Epidemiologie und Diagnostik der enzootischen Rinderleukose legten wichtige Grundlagen für die Eradikation dieser Tierseuche. Der in Tübingen entwickelte Tollwut-Lebendimpfstoff ermöglichte die erfolgreiche Bekämpfung der Fuchstollwut in Deutschland.

Nachdem das MPI schon seit den 1980er Jahren andere Forschungsschwerpunkte setzte, fiel nach der Wende auf Empfehlung des Wissenschaftsrates die Entscheidung, das FLI auf der Insel Riems als zukünftigen Hauptsitz zur Erforschung von Virusinfektionen bei Nutztieren auszubauen. Am 1. Januar 1992 wurde das FLI daher als Teil der BFAV neu gegründet.

Bereits in den letzten 15 Jahren zogen Arbeitsgruppen von Tübingen auf die Insel. 2004 wurde die BFAV in Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, umbenannt. Im Rahmen des Forschungskonzeptes des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), zu dem das FLI gehört, ist bis zum Ende des Jahrzehnts die Konzentrierung der FLI-Institute auf drei Standorte vorgesehen.

Bis Ende 2013 soll das Institut für Epidemiologie von Wusterhausen in Brandenburg zum Hauptsitz auf die Insel Riems ziehen. Darüber hinaus ist die Zusammenlegung der Institute für Nutztiergenetik (Mariensee bei Neustadt a. Rbge.), für Tierernährung (Braunschweig) sowie Tierschutz und Tierhaltung (Celle) in Mariensee geplant. Der Standort Jena bleibt mit zwei Fachinstituten bestehen.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

TAO

Seminar Ursache-Folge-Ketten in der Osteopathie

In diesem 3-tägigen Seminar vom 25. bis 27. August 2017 mit Dr. med. Edgar Hinkelthein, AON wird theoretisch und praktisch das Auffinden und Lösen von UFK´s an Mensch und Pferd geübt
Weiterlesen

Wildbienenkarte

Jetzt mitmachen: Wildbienenkarte der Deutschen Wildtier Stiftung

Naturliebhaber, die für bedrohte Wildbienen eine Blumenwiese oder Nisthilfe geschaffen haben, können das jetzt auf einer Online-Karte eintragen
Weiterlesen

Reinhard Mischke; Bildquelle: DVG

DVG-Vet-Congress 2017: Labordiagnostik und ihre Rolle in der Chirurgie

Im Rahmen des 63. DVG-Vet-Congress in Berlin wird Prof. Dr. Reinhard Mischke am 10.11.2017 die Vorträge "Zytologische Diagnostik beim chirurgischen Patienten" und "Prä- und postoperative Bedeutung der Hämostasediagnostik" halten.
Weiterlesen

NABU

Wolf in Baden-Württemberg illegal erschossen

Der am 8. Juli 2017 im Schluchsee (Schwarzwald) tot aufgefundene Wolfsrüde wurde nachweislich erschossen. Dies ergab die Obduktion durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin
Weiterlesen

Check meinen Chip

„Check meinen Chip!“

Vom 11. bis 15. September 2017 führt der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) in Kooperation mit Tasso und dem Deutschen Haustierregister erstmals die Aktion „Check meinen Chip“ durch
Weiterlesen

Myvetlearn.de

eLearning-Kurs Grundlagen der Bestandsbetreuung beim Rind

Bestandsbetreuung gewinnt in der Nutztierhaltung immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt, um die Tiergesundheit und damit das Tierwohl zu fördern, aber auch die Entstehung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern
Weiterlesen

Veti-Kalender 2017/2018

Veti-Kalender 2017/2018

Der Veti-Kalender ist ein praktischer Taschenkalender für das Tiermedizinstudium. Damit haben Studierende jedes Semester an jeder deutschen Fakultät sowie an der Universität Wien voll im Blick!
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...