Für Forschungsprojekt werden Elfenbeinproben gesucht!

(17.02.2011) Seit Juni 2010 betreut das Bundesamt für Naturschutz (BfN) das Forschungsprojekt „Ermittlung von Alter und geografischer Herkunft von Elfenbein des Afrikanischen Elefanten".

„Mit einer weltweit bislang einzigartige Datenbank und einer neuen und präziseren Methode zur Altersbestimmung von Elfenbein soll künftig verhindert werden, dass gewildertes oder nicht legales Elfenbein auf die internationalen Märkte gelangt. Der Wilderei wird der Nährboden entzogen und die gefährdeten Elefanten-Populationen in Afrika werden besser geschützt. „Dieser Gedanke“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel, „ist die Triebfeder dieses Projektes.“

In Kooperation mit dem WWF (Deutschland), dem Internationalen Zentrum für Elfenbeinforschung (INCENTIVS) der Universität Mainz sowie der Universität Regensburg, unterstützen neben einigen afrikanischen Ursprungsstaaten vor allem der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdschutz Verband (DJV) das BfN-Projekt.

Beide Organisationen haben Ihre Mitglieder gebeten, Elfenbein-Proben zur Verfügung zu stellen und damit das Projekt aktiv zu unterstützen. „Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung des illegalen Elfenbeinhandels und zum Artenschutz. Der Arten- und Bestandsschutz ist ein Teil der Jagd“, sagte DJV-Präsident Jochen Borchert.

Mit dem Projekt trägt Deutschland zur Umsetzung des internationalen Aktionsplans zum Erhalt des Afrikanischen Elefanten bei, der u. a. vorgibt, dass Maßnahmen zu Schutz und Management von Elefantenpopulationen vorangetrieben werden sollen. Die Forschungsergebnisse will das BfN international zur Verfügung stellen, um zukünftig einen effektiveren Schutz der Elefanten gewährleisten zu können. Dr. Tamas Marghescu, der Generaldirektor des CIC schrieb dazu.

„Der CIC ist hoch erfreut, an einem solch hoch interessanten und spannenden Projekt, das ganz offensichtlich einen praktischen Nutzen für eine effektivere Umsetzung der CITES Convention hat, mitwirken zu können.“

Gesucht: 500 Elfenbeinproben

Um das Forschungsvorhaben erfolgreich durchführen zu können, benötigen die Wissenschaftler etwa 500 Referenzproben von Elefanten-Stoßzähnen bekannter Herkunft oder bekannten Alters in der Größenordnung ¼ Gramm (für die Herkunftsbestimmung) oder 15 Gramm (für die Altersbestimmung).

Jeder Großwildjäger, aber auch Jagdausstatter und alle sonstigen Personen, die Elfenbein besitzen, können mithelfen, indem sie dem Bundesamt für Naturschutz Material von ihren Elfenbein-Zähnen zur Verfügung stellen.

Einzige Voraussetzungen: Die genaue Herkunft (möglichst nicht nur Land, sondern auch Region) und/ oder das Alter des Stoßzahns müssen bekannt sein. Proben von Jägern sind von besonderem Wert, weil diese quasi aus erster Hand mitteilen können, wann und wo sie ihre Trophäe erjagt haben.

Kontakt

Interessierte Jäger, welche das Projekt mit Proben unterstützen möchten, oder sich einfach noch weiter informieren wollen, wenden sich bitte direkt an Frau Karin Hornig oder Frau Claudia Denkl im Bundesamt für Naturschutz, Tel.: 0228-8491-1311 (Sekr.) oder per E-Mail an: pbox-citesma@bfn.de


Weitere Meldungen

Mit dem sternförmigen Array aus Mikrofonen der akustischen Kamera vor dem Elefanten platziert warten die Forscher geduldig, dass der Elefant einen Laut von sich gibt, bis in die Abendstunden hinein; Bildquelle: Gunnar Heilmann

Elefanten quietschen auch mit ihren Lippen

Kommunikation mit Artgenossen durch Lautsignale ist für Elefanten extrem wichtig, weil sie in einem vielschichtigen sozialen System leben. Neben dem typischen Trompetenlaut aus dem Rüssel geben asiatische Elefanten auch artspezifische hohe Quietschlaute von sich
Weiterlesen

Zwergelefant; Bildquelle: Anneke van Heteren

Ausgestorbener Zwergelefant hörte tiefe Töne

Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten
Weiterlesen

Robustes Dell-Equipment hilft im Außeneinsatz und bei Datenanalysen; Bildquelle: Dell Technologies

Dell Technologies fördert Artenschutz von Elefanten im südlichen Afrika

Dell Technologies hat eine Zusammenarbeit mit der Non-Profit-Organisation Elephants Alive angekündigt, die sich auf dem Gebiet des geplanten Great Limpopo Transfrontier Park im südlichen Afrika für den Schutz von Elefanten vor dem Aussterben engagiert
Weiterlesen

Elefanten in Erfurt

Elefanten in Erfurt

Chronologie einer besonderen Mensch-Tier-Beziehung - von Norbert Neuschulz
Weiterlesen

Zoo Zürich

Elefantenjungtier unmittelbar nach der Geburt im Zoo Zürich von der Herde getötet

Das am 19. August 2020 im Zoo Zürich geborene Jungtier der Elefantenkuh Omysha lebt nicht mehr.
Weiterlesen

HDO-Blutdruckmessung bei Elefanten; Bildquelle: Wilhelma Stuttgart

Wilhelma unterstützt Forschungsarbeit: HDO-Blutdruckmessung bei Elefanten

Mit einer Manschette um den Arm, ein wenig Druckluft und einem Stethoskop lässt sich beim Menschen in wenigen Sekunden der Blutdruck bestimmen
Weiterlesen

Elefantenkuh Farha; Bildquelle: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Elefanten-Kalb nach Geburt im Zoo tot

Die 15-jährige Elefantenkuh Farha des Zoo Zürich brachte in der Nacht auf Sonntag, 5. April 2020, ihr zweites Kalb zur Welt. Die Tierpfleger fanden dieses am Morgen tot vor
Weiterlesen

Angela Stöger-Horwath und Christopher Gorofsky ; Bildquelle: Daniel Zupanc

KognitionsbiologInnen der Universität Wien erforschen Lautkommunikation von Elefanten

Im Rahmen eines FWF-Projekts untersuchen KognitionsbiologInnen der Universität Wien die frühe Mutter-Kind-Kommunikation des kürzlich geborenen Elefantenbaby Kibali und seiner Mutter Numbi im Tiergarten Schönbrunn
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen