Forschung zum Schutz der Versuchstiere ausbauen

(24.04.2015) In der Europäischen Union werden jährlich circa 12 Millionen Tiere für wissenschaftliche Experimente eingesetzt, allein fast 3 Millionen davon in Deutschland. Die Novelle des Tierschutzgesetzes sieht vor, dass Tiere beim Einsatz für wissenschaftliche Zwecke besser geschützt werden.

Zu den besonderen Zielen der neuen Gesetzgebung gehört die konsequente Umsetzung des 3R-Prinzips, d.h. die Vermeidung von Tierversuchen durch den Einsatz von Alternativmethoden (Replacement), Verringerung der Anzahl der Versuchstiere auf das Minimum (Reduction) und Verminderung des Leidens der Versuchstiere (Refinement).

Die beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesiedelte „Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ (ZEBET) wurde vor über 25 Jahren mit dem Ziel gegründet, den Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Alternativmethoden zu entwickeln.

„Diese wichtige Arbeit der ZEBET und ihre Kompetenz sollte weiter ausgebaut werden“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die Forschung zu Alternativmethoden zum Tierversuch muss nach wie vor verstärkt werden.

Weitere wichtige Aufgaben sind die Beratung von Genehmigungsbehörden und Wissenschaftlern sowie die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in der Europäischen Union und anderer Staaten“, fügt Hensel hinzu.

 Ohne internationale Validierung und Anerkennung neuer tierversuchsfreier Testmethoden können, insbesondere bei den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen von Arzneimitteln, Chemikalien und Produkten, keine Fortschritte beim Schutz von Versuchstieren erzielt werden.

Am 13. Juli 2013 ist das Dritte Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes in Kraft getreten. Dieses Gesetz setzt auf nationaler Ebene die Ziele der Europäischen Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere um. Zu den Zielen gehören die Umsetzung des 3R-Prinzips und die Förderung der Entwicklung von Alternativmethoden. Seit 1990 fördert die ZEBET am BfR in Deutschland Forschungsprojekte und forscht selbst zur Entwicklung und Validierung tierversuchsfreier Alternativmethoden.

Einige dieser neuen Methoden sind bereits international anerkannt und in den Richtlinien der EU und der OECD als offizielle Prüfmethoden verankert. Die ZEBET hat sich besonders mit Alternativmethoden zur Verträglichkeitsprüfung von Kosmetika an Haut und Auge beschäftigt.  Dafür kann heute anstelle von Kaninchen rekonstruierte menschliche Haut eingesetzt werden.

Darüber hinaus entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ZEBET Alternativmethoden zur Vorhersage entwicklungstoxischer Eigenschaften: Mit Hilfe embryonaler Stammzellen prüfen sie, ob Chemikalien und Arzneimittel bei einer Anwendung in der Schwangerschaft Embryonen schädigen können.

Der Gesetzgeber hat im Rahmen des Dritten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes dem BfR den gesetzlichen Auftrag erteilt, allgemein verständliche, nichttechnische Projektzusammenfassungen von genehmigten Tierversuchsvorhaben in Deutschland anonym zu veröffentlichen.

Die Datenbank AnimalTestInfo stellt der Öffentlichkeit die allgemein verständlichen Projektzusammenfassungen zur Verfügung. Hier sind alle Vorhaben, deren Durchführung von wissenschaftlichen Forschungsinstituten der Universitäten, der Industrie und des Bundes beantragt und von den zuständigen Behörden der Bundesländer genehmigt wurden, enthalten.

Die neue Datenbank liefert dem BfR wichtige Informationen über zukünftige Forschungsschwerpunkte für das Gebiet der Alternativmethoden, denn grundsätzlich bleibt es das Ziel, Tierversuche soweit wie möglich zu ersetzen.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

BBF Industrieausstellung und Kongressgeschehen

Fotogalerie: BBF Industrieausstellung und Kongressgeschehen 2017

Die 29. Baden-Badener Fortbildungstage fanden am 17. und 18. Februar 2017 statt. Hier finden Sie Impressionen vom Kongress und der Industrieausstellung
Weiterlesen

Vets Party der Baden-Badener Fortbildungstage 2017

Fotogalerie: Vet's Party der Baden-Badener Fortbildungstage 2017

Im Rahmen der 29. Baden-Badener Fortbildungstage luden die Sponsoren Hill's, selectavet und der Enke Verlag am 17. Februar 2017 zur Baden-Badener Vet's Party auf die Pferderennbahn Iffezheim. Bei hervorragendem Buffett und stimmungsvoller Musik wurde bis weit in die Nacht gefeiert und getanzt
Weiterlesen

Deutsche Vet

Die Deutsche Vet - die neue Veranstaltung für Tierärzte im Westen

Die Deutsche Vet bringt das erfolgreiche Konzept der London Vet Show nun endlich nach Deutschland und findet am 12. und 13. Mai 2017 in der Koelnmesse, Köln statt
Weiterlesen

EuroCongress 2017 für Tierarzthelferinnen und TFAs

EuroCongress 2017 für Tierarzthelferinnen und TFAs

Die ersten 30 Teilnehmer, die sich mit dem Online-Formular bis zum 10. März 2017 anmelden erwartet eine Überraschung!
Weiterlesen

Bundestierärztekammer

Bundestierärztekammer begrüßt erstes Urteil zur tierschutzgerechteren Hälterung von Hummer & Co.

Am 15. Februar 2017 hat das Verwaltungsgericht Berlin ein Urteil gefällt, das auch die Leidensfähigkeit von wirbellosen Tieren wie Krebsen anerkennt
Weiterlesen

ESCCAP European Scientific Counsel Companion Animal Parasites

ESCCAP informiert: Aktualisierte Empfehlungen zu Giardien

Giardia intestinalis kommt bei einer Vielzahl von Wirbeltieren vor und ist bei Jungtieren unter einem Jahr der häufigste Erreger von Endoparasitosen
Weiterlesen

GGTM

Homöopathie – Weiterbildungskurse kompakt, Kleintiere, Pferde

Die GGTM bietet Weiterbildungsseminare zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Homöopathie an - neu gestaltetes Modulsystem in Kassel 2017/2018
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen


[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...