FLI und Institut Pasteur vertiefen Zusammenarbeit

(22.09.2014) Zukünftig arbeiten das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems und das Institut Pasteur in Paris bei der Erforschung und Diagnostik von Tierseuchen und Zoonosen enger zusammen.

Hierzu unterzeichneten die Präsidenten beider Institute, Prof. Thomas C. Mettenleiter und Prof. Christian Brechot, am 19. September in Paris einen Kooperationsvertrag. „Damit werden die guten Beziehungen zwischen den traditionsreichen Einrichtungen Friedrich-Loeffler-Institut und Institut Pasteur weiter gestärkt.“, sagte Prof. Mettenleiter.

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Vor allem auf dem Gebiet der Tollwutforschung, deren Pionier Louis Pasteur war, sowie zu Herpes- und Bunyaviren werden beide Einrichtungen ihre Zusammenarbeit vertiefen. Gemeinsame Projekte und Laboraufenthalte im jeweiligen Partnerinstitut sollen die Wissenschaftler beider Institute zukünftig stärker vernetzen.

Mindestens einmal im Jahr treffen sich die Partner, um gemeinsame Aktivitäten und Ziele zu besprechen. Der Kooperationsvertrag wird zunächst für zwei Jahre abgeschlossen mit der Option, ihn danach zu verlängern.

Das FLI und das Institut Pasteur arbeiten bereits seit Jahren zu verschiedenen Forschungsthemen zusammen. Besonders im Bereich Tollwutforschung bestehen intensive Kontakte. Zu deren Begründern gehört Louis Pasteur, der Ende des 19. Jahrhunderts den ersten Impfstoff gegen Tollwut entwickelte und erfolgreich anwendete.

Das nach ihm benannte Institut wurde 1887 gegründet und arbeitet heute als unabhängiges Zentrum für Grundlagenforschung weltweit in einem Netz von 32 Instituten.

Das FLI besteht seit 1910 als älteste speziell für die Virusforschung errichtete Forschungsstätte. Wissenschaftler des FLI forschen seit Jahrzehnten zum Thema Tollwut. Bereits seit 1974 arbeitet das Institut im Auftrag der WHO erfolgreich als „Collaborating Centre“ für Tollwutforschung und überwachung.

Die Köderimpfung von Füchsen gegen Tollwut wurde am FLI maßgeblich mitentwickelt und half, die gefürchtete Infektionskrankheit in vielen Ländern zu eliminieren. Deutschland ist seit 2008 anerkannt frei von der terrestrischen (Fuchs-) Tollwut.

Derzeit wird im FLI ein institutsübergreifender Forschungsverbund „Lyssaviren“ etabliert, in dem Tollwutviren auf molekularer Ebene untersucht und schnellere Nachweismethoden entwickelt werden. Im Verbund wird weiterhin nach neuen Tollwut-ähnlichen Viren gesucht.

Außerdem ist das FLI an Forschungen zur Weiterentwicklung und Verbesserung von Impfstoffen gegen die Tollwut bei verschiedenen Tierarten maßgeblich beteiligt.




Weitere Meldungen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Erster molekularer Nachweis einer Humanerkrankung durch Tula-Hantavirus bei der Feldmaus

Erstmalig wurde das Tulavirus molekularbiologisch als Ursache einer Hantaviruserkrankung bei einem deutschen Patienten festgestellt.
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)

Geschlechterbestimmung durch Genomeditierung bei Schweinen gelungen: Studie zeigt Alternative zur Ferkel- und Immunokastration auf

Am Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist es gelungen, Schweine genetisch so zu modifizieren, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsmerkmale ausbilden
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)

Forschungsprojekt über tierschutzgerechte Alternativen zur Kohlendioxid-Betäubung von Schlachtschweinen gestartet

Das Ziel des Verbundprojektes ist die Verbesserung des Tierschutzes, wobei auch eine hohe Fleischqualität sowie die gute Integrierbarkeit in bestehende Schlachtprozesse berücksichtigt werden
Weiterlesen

Dr. Anissa Dudde; Bildquelle: IGN

Forschungspreis der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) an Anissa Dudde vergeben

Die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 12. November 2020 die diesjährige Preisträgerin des IGN-Forschungspreises für tiergerechte Nutztierhaltung bekanntgegeben
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Erstnachweis einer humanen Hantavirusinfektion durch eine Heimratte

Zum ersten Mal konnte das Seoulvirus als Ursache einer Hantaviruserkrankung bei einer deutschen Patientin festgestellt werden
Weiterlesen

Bei Gelbhalsmäusen im betroffenen Zoo und in der Umgebung wurde Rustrela-Virus festgestellt.; Bildquelle: CreativeNaturs_nl

Stammt das Rötelnvirus aus dem Tierreich?

Studien weisen erstmals nahverwandte Viren bei Tieren in Deutschland und Uganda nach
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)

Geflügelpest: Hohes Eintragsrisiko durch Wildvögel beim Herbstvogelzug

Neue Risikoeinschätzung zum Auftreten der Geflügelpest („Vogelgrippe“) in Deutschland
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut

Herpesviren: Neue Erkenntnisse zum Fusionsablauf beim Eintritt in die Wirtszelle

In einer Studie wurde mittels eines multimethodischen Ansatzes der Fusionsablauf von Herpesviren mit der Wirtszelle beim Zelleintritt genauer analysiert
Weiterlesen

Rinder auf der Weide; Bildquelle: Friedrich-Loeffler-Institut

SARS-CoV-2: Friedrich-Loeffler-Institut testet Empfänglichkeit von Rindern

Noch immer sind der Ursprung und die Verbreitungswege von SARS-CoV-2 nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Um die potentielle Rolle von Nutztieren in der Corona-Pandemie besser zu verstehen, werden am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems Infektionsstudien durchgeführt
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen