Biologenverband zu Tierversuchen

(15.03.2015) Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) sieht keine Notwendigkeit, die EU-Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere außer Kraft zu setzen, wie dies im Rahmen der ersten „European Citizens Initiative“ gefordert wurde.

Die Richtlinie ist das Resultat eines langen politischen Abwägungsprozesses, in den alle Stakeholdergruppen einbezogen waren. Sie schreibt erstmals europaweit das „3 R-Prinzip“ (replacement, reduction and refinement) fest und erhöht so die Standards des Tierschutzes.

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) Der VBIO appelliert an die EU-Kommission, trotz des hohen öffentlichen Druckes an der EU-Richtlinie 2010/63/EU festzuhalten.

Die EU-Directive 2010/63/EU hat die Tierschutzstandards EU-weit verbessert und stellt hohe Anforderungen an die Haltung und den Umgang mit Tieren in wissenschaftlichen Untersuchungen. Sie ermöglicht es gleichwohl, dass weiterhin überall dort Forschung an Tieren durchgeführt werden kann, wo dies erforderlich ist, weil alternative Methoden nicht verfügbar, die medizinischen Notwendigkeiten zwingend und Einhaltung ethischer und tierschutzrelevanter Standards sicher gestellt sind.

Durch die Einführung des 3 R-Prinzips (Ersatz, Reduzierung, Verfeinerung) wurden und werden große Fortschritte im Bereich des Tierschutzes erzielt. Es hat sich aber auch gezeigt, dass alternative Methoden Tierversuche nie vollständig werden ersetzen können – auch wenn dies immer wieder behauptet wird.

Die Forderung der „European Citizens Initiative („Europäischen Bürgerinitiative“) „Stop Vivisection“, die EU-Richtlinie durch eine neue Regelung zu ersetzen, die die Abschaffung von Tierversuchen vorschreibt, wird sich daher negativ auswirken.

Betroffen ist nicht nur die biomedizinische Forschung in Europa und damit auch der Forschungsstandort, sondern letztlich auch die Gesundheit von Mensch und Tier.

„Eine generelle Revision der EU-Richtlinie 2010/63/EU ist weder zielführend noch erforderlich“, so Dr. Heinz Brandstetter, Beiratsmitglied des VBIO. „Für das Jahr 2017 ist ohnehin eine Evaluation der Richtlinie vorgesehen, bei der Regelungen, die sich in der Praxis offensichtlich nicht bewährt haben, angepasst werden können“ so Brandstetter weiter.

Vor diesem Hintergrund appelliert der VBIO an die EU-Kommission, trotz des hohen öffentlichen Druckes, der durch das neue Instrument der Europäischen Bürgerinitiative aufgebaut wird, an der EU-Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere festzuhalten.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

BfR

Spring School: Besserer Schutz von Versuchstieren

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren und die Berlin-Brandenburger Forschungsplattform laden zur Öffentlichen Spring School vom 3. bis 5. April 2017 an der Freien Universität Berlin ein
Weiterlesen

Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R)

Expertinnen und Experten zum Schutz von Versuchstieren gesucht

Der Nationale Ausschuss Tierschutzgesetz (TierSchG) des BfR baut einen ehrenamtlich arbeitenden Expertenpool auf
Weiterlesen

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg fördert Forschung an Tierversuchs-Alternativen mit 400.000 Euro

Grün-rote Landesregierung fördert vier Projekte zur Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch mit 400.000 Euro
Weiterlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Alternativmethode zum Tierversuch für die Prüfung von Botulinum Neurotoxin

Arbeitsgruppe unter Leitung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) berät zur Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden zum Tierversuch
Weiterlesen

Bundesminister Christian Schmidt überreicht dem Präsidenten des BfR Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel zur Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren symbolisch eine Tafel; Bildquelle: Thomas Koehler/photothek/BMEL

Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren und Verleihung des Tierschutzforschungspreises 2015

Die Initiative "Eine Frage der Haltung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft öffnet neue Wege für mehr Tierwohl und umfasst auch den Bereich der Versuchstiere
Weiterlesen

BfR

Forschung zum Schutz der Versuchstiere ausbauen

In der Europäischen Union werden jährlich circa 12 Millionen Tiere für wissenschaftliche Experimente eingesetzt, allein fast 3 Millionen davon in Deutschland
Weiterlesen

BfR

Animaltestinfo - neue Datenbank zu Tierversuchsvorhaben

Am 4. Dezember 2014 schaltete Bundesminister Christian Schmidt gemeinsam mit BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel eine neue Datenbank zur Veröffentlichung von Informationen zu Tierversuchen frei
Weiterlesen

Bundesminister Christian Schmidt (links) mit den Preisträgern Herrn Dr. Reinhardt (2. v. l.), Frau Prof. Dr. Rogiers ( 3. v. l. ) mit Mitarbeitern aus ihrem Forschungsteam und Herrn Dr. Marx (7. v. l.), ganz rechts steht Herr Prof. Dr. Dr. Andreas He; Bildquelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Minister Schmidt überreicht den 33. Tierschutzforschungspreis

Der Schutz von Versuchstieren und die Reduzierung von Tierversuchen sind Bundesagrarminister Christian Schmidt ein zentrales Anliegen. Ziel der Bundesregierung ist es, in der laufenden Legislaturperiode die Erforschung von Ersatzmethoden zum Tierversuch weiter zu intensivieren
Weiterlesen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Erstmals weniger Tiere für wissenschaftliche Versuche verwendet

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 2.997.152 Wirbeltiere in Tierversuchen und für andere wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Gegenüber dem Jahr 2012 ist das ein Rückgang von 2,7 Prozent
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...