BVL-Symposium zur Pharmakovigilanz in der Veterinärmedizin

(15.12.2010) Experten diskutierten Überwachung der Sicherheit von Tierarzneimitteln nach der Zulassung


Prof. Dr. Thomas Heberer, Leiter der Abteilung Tierarzneimittel beim BVL, und seine Stellvertreterin Dr. Cornelia Ibrahim begrüßten rund 150 Symposiumsteilnehmer
Rund 140 Experten und Wissenschaftler haben sich bei einem internationalen Symposium des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Pharmakovigilanz bei Tierarzneimitteln ausgetauscht.

Die Teilnehmer aus vielen Mitgliedstaaten der EU, der Schweiz, den USA, aus Kanada, Japan und Indien waren sich darin einig, dass die bereits erreichte Harmonisierung auf dem Gebiet der Tierarzneimittelüberwachung weiterentwickelt und das bestehende Netzwerk ausgebaut werden muss.

Dr. Rainer Schneichel vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte betrachtete das Thema Pharmakovigilanz aus Sicht der Veterinäre; Bildquelle: BVL
Dr. Rainer Schneichel vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte betrachtete das Thema Pharmakovigilanz aus Sicht der Veterinäre
Das vom BVL veranstaltete Symposium zur Pharmakovigilanz bot zu neun verschiedenen Themenbereichen aktuelle Vorträge von Experten aus Zulassungsbehörden, von Universitäten, aus der Tierärzteschaft und der pharmazeutischen Industrie. Auch Vertreter vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie aus den Überwachungsbehörden der Bundesländer folgten am 13. und 14. Dezember 2010 der Einladung nach Berlin.

Die Pharmakovigilanz – die fortlaufende Nutzen-Risiko-Bewertung von zugelassenen Arzneimitteln – hat im Veterinärbereich in den vergangenen zehn Jahren einen weiten Weg zurückgelegt.

Tierarzneimittel werden mittlerweile oftmals zeitgleich in Europa und in anderen Staaten der Welt zugelassen. Umso wichtiger ist für die Arzneimittelsicherheit ein gut funktionierendes Pharmakovigilanz-Netzwerk zwischen den Anwendern von Medikamenten und Impfstoffen, der pharmazeutischen Industrie und den Behörden sowohl auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.


BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg (im Vordergrund) verfolgte die Vorträge über die internationale Harmonisierung auf dem Gebiet der Pharmakovigilanz
So wurde durch den VICH-Prozess (Veterinary International Conference on Harmonisation on Technical Requirements) die Übermittlung von Meldungen über Nebenwirkungen von Tierarzneimitteln weitgehend international angeglichen. Dies gilt nicht nur für die EU-Mitgliedstaaten, sondern auch für die VICH-Partnerländer USA und Japan. Kanada, Australien und Neuseeland sind ebenfalls bereit, die VICH-Standards zu übernehmen.

Durch eine gemeinsame europäische Datenbank zu Nebenwirkungen, die bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in London geführt wird, und durch die 2005 eingeführte elektronische Übermittlung von Pharmakovigilanzdaten zwischen Behörden und Industrie wurde die Zusammenarbeit im europäischen Netzwerk erleichtert.

Praktizierende Tierärzte, die wichtigste Informationsquelle für beobachtete Nebenwirkungen, haben in Deutschland und vielen anderen Ländern ebenfalls die Möglichkeit, Arzneimittelnebenwirkungen elektronisch den Zulassungsbehörden zu melden.

Auf dem Symposium wurden auch neue Wege der Kooperation mit Universitäten im Bereich der Pharmakovigilanz in Deutschland vorgestellt. So etwa das Arzneimittelinformationssystem VETIDATA an der Universität Leipzig, das in enger Zusammenarbeit mit dem BVL entwickelt wurde und für Tierärzte und Veterinärbehörden aktuelle Informationen zur Pharmakologie, Toxikologie, klinischen Anwendung von Tierarzneimitteln und zum Arzneimittelrecht bereitstellt.

Eine neue Initiative zur Weiterentwicklung der Pharmakovigilanz, die vom BVL 2009 gestartet und auf dem Symposium vorgestellt wurde, ist die Etablierung von sogenannten Pharmakovigilanzzentren an veterinärmedizinischen Fakultäten in Deutschland. Vorträge zu aktuellen Problemen der Arzneimittelsicherheit in der veterinärmedizinischen Praxis gaben einen Einblick in klinische Aspekte der Pharmakovigilanz.

Mit statistischen Analysemethoden, der sogenannten Signaldetektion, die bisher im Veterinärbereich wenig angewendet wurde, werden bei der Auswertung von Nebenwirkungsmeldungen neue Wege beschritten. Abschließend wurde über den aktuellen Stand sowie die Entwicklung von international abgestimmten Konzepten und Strategien zur Risikokommunikation und zum Risikomanagement für Tierarzneimittel berichtet.

Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

BVL

Untersuchungsergebnisse zu Fipronil in Eiern und Geflügelfleisch

BVL veröffentlicht deutsche Daten des EU Ad hoc Programms
Weiterlesen

NABU

Stunde der Gartenvögel 2018

Der NABU ruft gemeinsam mit seiner Jugendorganisation NAJU und seinem bayerischen Partner LBV zur diesjährigen deutschlandweiten Vogelzählung in Gärten und Parks auf
Weiterlesen

Tag der offenen Stalltür; Bildquelle: FN/Thoms Lehmann

Am 6. Mai öffnen bundesweit nahezu 300 Pferdeställe ihre Tore

„Komm zum Pferd“. Unter diesem Motto laden Pferdesportvereine und –betriebe am 6. Mai bundesweit Besucher zum „Tag der offenen Stalltür“ ein
Weiterlesen

Museum für Naturkunde Berlin (MfN)

Projekt „Forschungsfall Nachtigall“ startet ab Mai 2018

Singt die heimische Nachtigall in Dialekten, gibt es regionale Unterschiede? Welche Brutstätten bevorzugt sie und welche Sehnsüchte verbinden Menschen mit dem Nachtigall-Gesang?
Weiterlesen

BVL

Untersuchungsergebnisse zu Fipronil in verarbeiteten eihaltigen Lebensmitteln

BVL veröffentlicht Bericht zum Sonderprogramm des Bundesweiten Überwachungsplans 2017
Weiterlesen

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. V.l.: Professor Elmar Mohr (Dekan der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät, AUF, der Universität Rostock), Professor Wolfgang Schareck (Rektor der Universität Rostock) und Professor Thoma; Bildquelle: Universität Rostock/Dr. Görres Grenzdörffer

Kooperations-Vereinbarung zwischen Universität Rostock und dem Friedrich-Loeffler-Institut unterzeichnet

Zukünftig werden die Universität Rostock und das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), noch enger zusammenarbeiten
Weiterlesen

Onlineportal "Hunderunden.de" verbindet Tierarzt und Tierbesitzer; Bildquelle: Hunderunden.de

Onlineportal „Hunderunden.de“ verbindet Tierarzt und Tierbesitzer

Es hört sich „ganz nett“ an, was die Macher der Onlineplattform „Hunderunden.de“ da alles vorhaben
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut

Konsortium mit Friedrich-Loeffler-Institut zum ersten EU Referenzzentrum für Tierschutz ausgewählt

Am 5. März 2018 hat die Europäische Kommission ein erstes EU Referenzzentrum für Tierschutz ernannt
Weiterlesen

[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...