Asiatische Tigermücke erstmals im Mückenatlas registriert

(01.10.2014) Erstmals konnten Hobby-Mückenfänger aus Freiburg ein Exemplar der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) im „Mückenatlas“ registrieren lassen.

„Obwohl diese Art in den letzten drei Jahren in Süddeutschland wiederholt nachgewiesen wurde, gehen wir nach wie vor davon aus, dass sie sich noch nicht dauerhaft angesiedelt hat“, erklärt Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Seit 2012 senden interessierte Bürgerinnen und Bürger Mücken für den Mückenatlas, den Wissenschaftler des ZALF in Müncheberg und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald betreuen.


Aedes albopictus

Sie wollen so herausfinden, welche Mückenarten wann und wo in Deutschland vorkommen. Der „Mückenatlas“ ist derzeit eines der erfolgreichsten Citizen Science-Projekte Deutschlands, bei denen die Bevölkerung und die Wissenschaft in verschiedenen Aktivitäten kooperieren. Der neue Fund bestätigt die hohe Effizienz des Projekts als Instrument der passiven Mückenbeobachtung.

Nachdem über den „Mückenatlas“ 2012 und 2013 bereits zwei Populationen der Asiatischen Buschmücke Aedes japonicus in Deutschland entdeckt worden waren, konnten die Wissenschaftler nun erstmals ein Exemplar der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus im „Mückenatlas“ verzeichnen.

Die Mücke war Mitte August in dem im Osten von Freiburg gelegenen Stadtteil Waldsee gefangen worden. Damit lag der Fundort außerhalb des Gebietes, in dem bereits seit einiger Zeit aktiv nach dieser Art gesucht wird.

Besonders Autobahnraststätten an der A5 in Süddeutschland werden seit 2011 intensiv mit speziellen Stechmückenfallen beprobt, um die Einschleppung der Tigermücke über den Fernverkehr aus Südeuropa zu beobachten.

Als aggressiver Stecher verfolgt die Asiatische Tigermücke Menschen bis in ihre Fahrzeuge, so dass sie als blinder Passagier über größere Strecken mitreisen kann. Da die Mücke einen durchschnittlichen Aktionsradius von nur wenigen Hundert Metern hat, vermuten die Wissenschaftler, dass das eingesandte Exemplar entweder per Fahrzeugtransport (aus Südeuropa oder aus der Umgebung einer süddeutschen Autobahnraststätte) nach Freiburg-Waldsee gelangte oder dass sich die Tigermücke am Oberrhein im Sommer unbemerkt vermehrt und abseits von der Autobahn verbreitet habe.

Da die Mücke noch nicht ausreichend an das mitteleuropäische Klima angepasst ist, wird eine Überwinterung und eine dauerhafte Etablierung in Deutschland derzeit jedoch für unwahrscheinlich erachtet.

Ursprünglich ist die Asiatische Tigermücke in Asien beheimatet. Da sie über ihre Eier besonders häufig interkontinental verschleppt wird, zählt sie zu den sogenannten invasiven Stechmückenarten.

Sie ist als Überträger zahlreicher Krankheitserreger bekannt. Auch in Europa kam es bereits zu Krankheitsfällen durch die Tigermücke, etwa des Dengue-Fiebers in Südfrankreich und Kroatien und des Chikungunya-Fiebers in Norditalien.




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