Wahre Weihnachtswunder

(18.12.2020) Liebe Kollegen, sind Sie zu Weihnachten als Tierärztin/Tierarzt aktiv? Gehören Sie vielleicht auch zu den vielen Menschen, die an den Feiertagen die Multi-Job-Challenge meistern müssen? Eine Kolumne von Dr. Dominique Tordy.

Es war ein Traum, Tierärztin zu werden.

Gemeinsam mit den Frauchen und Herrchen – so dachte ich – kämpft der Tierarzt (m/w/d) heldenhaft gegen üble Krankheiten und rettet die geliebten Tiere. Dabei ist dies nur ein Teil unserer Arbeit...


Liebe Kollegen, sind Sie zu Weihnachten als Tierärztin/Tierarzt aktiv?

Gehören Sie vielleicht auch zu den vielen Menschen, die an den Feiertagen die Multi-Job-Challenge meistern müssen?

Wahrscheinlich gibt es in jedem Haushalt mindestens eine Person, die über die Feiertage mehrere Jobs annehmen und möglichst perfekt ausfüllen muss.

Plötzlich müssen dringend mehrere Vollzeit-Stellen besetzt werden. Gesucht sind Mütter, Väter, Express-Einkäufer, Köchinnen, Inneneinrichter, Babysitter, Streitschlichter und so weiter.

Die Familie wuselt hektisch, aufgeregt und erwartungsfroh durcheinander und mitten in dem Chaos wirbeln noch die lieben Haustiere zwischen den vielen Menschenbeinen herum. Sie wissen genau, dass es eine besondere Situation ist und dass die Gelegenheit günstig ist, um vielleicht den einen oder anderen Vorteil daraus zu ziehen – vor allem kulinarischer Art.

Wenn wir uns das so vorstellen, dann ist es eigentlich ein Wunder, dass nicht noch mehr Tiere nach großen und kleinen Unfällen in unseren Praxen und Kliniken auftauchen.

Im Grunde ist es ein wahres Weihnachtswunder, dass Tausende von Schoko-Weihnachtsmännern oben im Regal (oder auch in runden Kinderbäuchen) in Sicherheit gebracht werden, bevor sich neugierige kleine Hunde darüber hermachen können.

Bei den vielen Enten, Puten und Gänsen, die in unseren Öfen zum verlockend duftenden Festmahl werden, können wir uns von Herzen freuen, dass die meisten Menschen gut auf die Reste aufpassen und es nur wenige Hunde es schaffen, die gefährlich splitternden Geflügelknochen zu verschlingen.

Und im Hinblick auf die unzähligen Kerzen, die in diesen Tagen Wohn- und Esszimmer warm erleuchten, musste ich noch erstaunlich wenige Katzen im Notdienst von Wachsresten befreien oder wegen Brandwunden behandeln.

Die Samtpfoten können mit einem lockeren Sprung auf Küchentische und Festtafeln springen. Dennoch schaffen es die meisten Katzenhalter, ihre Lieblinge mit Glück und/oder Verstand davon abzuhalten, Rosinen aus Stollen oder Bratensoßen zu picken.

Und auch, wenn wir uns immer wieder ärgern, weil unvorsichtige Tierhalter mit Hunden und Katzen in den Notdienst stürmen, weil ihre Haustiere Lametta oder Teile von Kinderspielzeug im Bauch haben, so kommt es doch relativ selten vor, bedenkt man die vielen Fälle, in denen einfach… nichts passiert!

Alle Jahre wieder prallen geschmückte Weihnachtsbäume, Schokoladenfiguren und andere Gefahren im totalen Weihnachts-Chaos auf unbedarfte Vierbeiner. Da ist es ein wahres Weihnachtswunder, dass nicht viel mehr passiert.

Also, freuen wir uns doch heute mal alle gemeinsam darüber, dass es jedes Jahr so viele Weihnachtswunder gibt und auch kleine Unglücke oft glimpflich ausgehen.

Ich hoffe, dass auch Sie von sämtlichen Katastrophen verschont bleiben und wünsche Ihnen allen ein entspanntes, fröhliches Weihnachtsfest!

Ihre
Dr. Dominique M. Tordy


Sie fühlen sich davon angesprochen? Denken ähnlich? Oder sind ganz anderer Meinung? Schreiben Sie uns, was Sie bewegt!

PS: Kennen Sie auch schon die neuen Websites DOG ROYALZ und CAT ROYALZ, auf denen sich Hunde und Katzen als Mitglieder registrieren lassen können. Highlight dabei ist die tiermedizinische Notfalldatenbank.

Titelbild: Robin Tordy

Bisher erschienen:

Bildquelle: beigestellt

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Als ich klein war, mochte ich Ponyhof­geschichten. Okay, um ehrlich zu sein, mag ich sie immer noch. Ich habe auch schon von Tierärzten mit „Pferdemädchen­einstellung“ gehört.
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Bildquelle: Dr. Dominique Tordy

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Bildquelle: Robin Tordy

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Bildquelle: Sidney A. Tordy

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Bildquelle: Illustration - Dominique Tordy

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